Dienstag, 22 September 2020
  • Empore mit der historischen Göbelorgel
  • Achteckige Schrankenanlage mit Altar
  • Das Auge Gottes über dem Südportal
  • Inschrift über dem Eingangsportal
  • Kirchenansicht aus Nordwesten
  • Das "Ochsenauge"

 
 

 

 

Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
13. So. nach Trinitatis  -   Dauer 3:56)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

 

 

 

Gottesdienst am 06.09.2020 zum 13. Sonntag nach Trinitatis
 
  

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden

Liebe Leserin, lieber Leser,
 
das heute ist der letzte Briefkastengottesdienst, ab 20.9. startet wieder der reguläre Gottesdienstbetrieb, mit kleinen Ausnahmen. Ich freue mich, wenn wir alle uns wieder in unseren schönen Kirchen begegnen.
 

Wir beten: Gott, ich bin/wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Amen.
 

Predigt: Apg 6, 1-7 (gekürzt)
 
In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger in Jerusalem zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. Da riefen die zwölf Apostel alle zusammen und sprachen: Ihr lieben Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll heiligen Geistes und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst. Wir Apostel aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. Und die Menge wählte Stephanus und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus.
 

Liebe Leserin, lieber Leser,
 
die Apostelgeschichte berichtet davon, dass die Jerusalemer Gemeinde wächst, jeden Tag bekehren sich Menschen und werden zu Christen: volle Gottesdienste, Gemeinderäume, die aus allen Nähten platzen. Zu dieser großen Gemeinde gehören auch Witwen, die ursprünglich aus Griechenland kommen, ausgewandert sind nach Israel und deren Männer mittlerweile verstorben sind. Normalerweise waren in so einem Fall dann die Familien der Frauen für deren Versorgung zuständig, aber die waren ja weit weg in Griechenland. Die Witwen hatten aber Glück, denn damals gehörte zu einer Gemeinde nicht nur der Sonntagsgottesdienst oder der monatliche Seniorennachmittag. Die Christen haben sich täglich getroffen, um miteinander zu beten, mehr über ihren Glauben zu lernen, sich auszutauschen und auch, um zusammen zu essen. Männer, Frauen, Kinder, Sklaven und Sklavenbesitzer, Witwen, Waisen, Wohlhabende und Arme waren versammelt um einen Tisch, in einem Raum, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Die Witwen waren also zwar weit weg von ihrer Heimat, aber nicht allein und zu essen hatten sie auch.
 
 
Doch wir lesen im Predigttext, dass scheinbar die hebräischen, einheimischen Witwen mehr bekamen als die Ausländerinnen, die wohl teilweise sogar leer ausgegangen sind. Das haben manche aus der Gemeinde als ungerecht empfunden und sind als Fürsprecher der Frauen zu den Aposteln gegangen. Diese wollten zwar nicht direkt eingreifen, weil sie eher für den geistigen Dienst zuständig waren („Gebet und Dienst des Wortes“), aber sie haben 7 Männer berufen, die sich um die praktischen und alltäglichen Probleme der Gemeinde kümmern sollten.
 
 
Ein ähnliches System wie es heute auch in einer Kirchengemeinde die Wunschvorstellung ist: die PfarrerInnen kümmern sich um den geistlichen Teil, die PresbyterInnen um den praktischen. Angesichts der enormen Arbeitsbelastung eines Pfarramts ist es aber einem Presbyterium schon zeitlich gar nicht möglich, die PfarrerInnen umfänglich zu entlasten, zumal dieser Dienst ja ehrenamtlich ist und jede/r ein Privatleben hat. Doch genauso wie damals in Jerusalem werden heute solche Fürsprecher dringend gebraucht. Altersarmut und Vereinsamung von Witwen und Witwern, von alleinstehenden Menschen sind auch für uns ein Thema. Es kann nicht sein, dass denjenigen, die dieses Land mit aufgebaut haben und letztlich gesorgt haben für den Wohlstand heute, die Rente nicht reicht.
Es gibt zwar die Tafeln, die helfen, aber gerade die ältere Generation schämt sich oft, dieses Angebot anzunehmen, weil „es ja bestimmt andere gibt, die es nötiger haben als ich!“
 
Niemand muss sich davor genieren, um Hilfe zu bitten, aber die Hemmschwelle ist doch oft sehr hoch. Und in solchen Fällen muss es jemanden geben, der einen an der Hand nimmt und dabei unterstützt, diese Hürden abzubauen. Oft treten die Hilfesuchenden kaum in Erscheinung, wir übersehen sie, weil sie ja selbst stumm bleiben (wollen). Doch auch gerade sie sind Teil der Kirche, jede und jeder soll Heimat finden im Schiff, das sich Gemeinde nennt.
 
 
Am 1. Advent sind Kirchenwahlen, wir suchen neue PresbyterInnen, Menschen, die mit offenen Augen und Ohren durch ihre Gemeinde laufen und denen auffällt, wo etwas fehlt, wo etwas verändert werden kann, was gebraucht wird, wer die „Witwen“ unserer Tage sind, wen wir vergessen haben im alltäglichen Trubel.
 
Ohne solche Fürsprecher, solche Anwälte für die, an die keiner denkt, ist eine Kirchengemeinde tot, nicht handlungsfähig. Wir suchen bis 4.10. Menschen, die mit uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Gemeinde wächst, statt zu schrumpfen, dass jede und jeder hier seinen Platz findet, egal wie alt, jung, reich oder arm. Werdet Fürsprecher, macht mit!
 

Fürbitten: Guter Gott, jede und jeder von uns ist einzigartig, du hast uns wunderbar geschaffen mit unseren Gaben und Talenten. Gib, dass wir uns mit diesen Stärken aktiv einsetzen für andere und so zum Segen werden. Schenke uns viel Liebe, um das Mögliche anzupacken. Schenke uns die Kraft, das Notwendige zu schaffen. Schenke uns den Mut, das scheinbar Unmögliche zu bewegen. Lass deine Gemeinden auch heute wieder wachsen und alle Altersgruppen in ihnen ein Zuhause finden. Amen.
 

Vater unser im Himmel…

 
Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
 

Kerze kann nun ausgepustet werden
 
 
Infos aus dem Pfarramt:
 
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr, wer möchte, kann dann ein Vaterunser beten.
 
 
Pfarrerin Tamm hat Urlaub vom 5.-17.9. und danach finden wieder reguläre Gottesdienste statt, mit Ausnahme von Erntedank und Heiligabend. Bitte immer Mund-Nasen-Maske mitbringen. Nähere Infos im nächsten Potzberg-Bote, der Mitte September erscheint.
Am 20.9. ist um 9 Uhr Gottesdienst in Gimsbach und um 10.15 Uhr in Neunkirchen.
 

Am 27.9. wird die Mühlbacher Kirche nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen „neu“ eröffnet. Um 14 Uhr, 14.30, 15 und 15.30 Uhr spielt Katja Abel jeweils 10minütige Orgelkonzerte und um 16 Uhr endet dieser „Tag der offenen Tür“ mit einer kurzen Andacht.
 

An Erntedank gibt es KEINE Gottesdienste aufgrund der mangelnden Sitzplatzkapazität in den Kirchen. Aber wir gehen in jeden Ort der Pfarrei und verteilen dort ein Abendmahl und einen Gottesdienst für Zuhause in der Tüte: In Mühlbach sind wir am 4.10. am Pfarrhaus (Moorstr.52) von 10-10.30 Uhr und schenken allen, die kommen, eine solche Tüte mit besonderem Inhalt.
Am 11.10. sind wir mit derselben Aktion von 9-9.30 Uhr in Matzenbach/Eisenbach auf dem Spielplatz, von 9.30-10 Uhr an der Gimsbacher Kirche, von 10-10.30 Uhr am Jugendheim Neunkirchen, von 10.30-11 Uhr in Oberstaufenbach am DGH und von 11-11.30 Uhr am DGH in Föckelberg.
Die Tafelsammlung an Erntedank muss dieses Jahr leider ausfallen, aber wir haben bei der Aktion ein Kässchen dabei und wer möchte, darf gerne beim Abholen Geld für die Tafel in Kusel spenden.
 

Andacht auf dem Anrufbeantworter: 06359-95 352 92.
 
 
Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.

 
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!

 

 

 
 
 
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Bitte entschuldigen Sie das verspätete Erscheinen der Predigt, aber die Admins sind/waren in Urlaub.
 

 

Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
11. So. nach Trinitatis  -   Dauer 6:03)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

 

 

 

Gottesdienst am 23.08.2020 zum 11. Sonntag nach Trinitatis
 
  

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden

Liebe Leserin, lieber Leser: 

„Das Wenige, das du tun kannst, ist viel – wenn du nur irgendwo Schmerz und Weh und Angst von einem Wesen nimmst, sei es Mensch, sei es irgendeine Kreatur.“ Das sagt Albert Schweitzer und um diesen besonderen Mann geht es heute in der Predigt.
  

Wir beten: Gott, ich bin/wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Amen.
  

Predigt
  
Liebe Leserin, lieber Leser,
  
in einem Fragebogen, den ich neulich ausfüllen musste, sollte ich Theologen oder Pfarrer nennen, die mich in meinem Glauben beeinflusst haben. Meine Entscheidung fiel schnell auf Albert Schweitzer. Er wurde am 14.1.1875 im Elsass geboren und hat nach der Schule Theologie, Philosophie, Klavier und Orgel studiert. Er hat als Professor das Neue Testament gelehrt und wohl großartige Konzerte gegeben, vor allem J.S. Bach hatte es ihm angetan. 1912 heiratete er Helene Bresslau. Albert Schweitzer hätte es damit gut sein lassen können- Bücher schreiben, Studenten ausbilden, Musiker sein, Ehemann und Vater (Tochter Rhena wurde 1919 geboren)- doch es war ihm nicht genug, er wollte mehr, er hatte seine Berufung noch nicht gefunden. Der Gedanke, in die Mission zu gehen, faszinierte ihn, aber „nur“ als Pfarrer? Das genügte ihm nicht. „Arzt wollte ich werden, um ohne irgendein Reden wirken zu können," sagte er und studierte Medizin. Auch dieses Studium schloss er erfolgreich ab. Helene hatte sich zur Krankenschwester ausbilden lassen, um selbst aktiv helfen zu können. 1913 ging das Ehepaar Schweitzer dann nach Gabun, damals noch französische Kolonie, und gründete in Lambarene ein Krankenhaus. 1917 musste das Paar aufgrund des 1. Weltkriegs zurück nach Frankreich und dort arbeitete Albert vorübergehend als Arzt, hielt Vorträge und gab Konzerte, um damit Spenden für Lambarene zu sammeln. Denn er wollte wieder zurück und 1924 klappte das. Immer wieder aber kam er nach Europa, um zu arbeiten und Geld für seinen Lebenstraum zu verdienen. Er machte Lambarene bekannt und sich selbst damit einen Namen. Für seinen Einsatz für verfolgte und bedrohte Menschen, Frieden, Wahrheit und Freiheit erhielt Albert Schweitzer im Jahr 1952 sogar den Friedensnobelpreis. Mit dem damit verbundenen Geld baute er ein neues Lepradorf.
  
  
Auch politisch war er stark engagiert, vor allem gegen die atomare Aufrüstung setzte er sich aktiv ein. 
1965 starb Schweitzer in Lambarene im Alter von 90 Jahren. Er wurde neben seiner Frau, die 1957 gestorben war, auf dem Friedhof in Lambarene begraben. Drei Monate tanzten die Afrikaner für ihn immer wieder Totentänze, um den Menschen im Jenseits zu zeigen, was für ein bedeutender Mann zu ihnen kommt. Totentänze dauern sonst nur etwa eine Woche.
   

Für mich ist Albert Schweitzer ein Mensch voller Gegensätze, die ich schwer zusammen bekomme: ein hoch gebildeter, sehr intelligenter, musisch empfindsamer Mann, der in Europa ein sorgenfreies Leben hätte haben können, begibt sich in ein rückständiges und unterentwickeltes Land voll mit armen und kranken Menschen. Dort packt er tatkräftig an, hilft selbst bei allen Arbeiten, die anstehen mit, erlebt viel Leid und Elend und schreibt weiterhin philosophische und ethische Aufsätze, die seinen wachen Geist beweisen. So war er etwa überzeugter Vegetarier: „Meine Ansicht ist, dass wir, die für die Schonung der Tiere eintraten, ganz dem Fleischgenuss entsagen und auch gegen ihn reden. So mache ich es selber.“ Er hat gemahnt, selbst auf die kleinsten Dinge zu achten: „Der wahrhaft Ethische nimmt sich die Zeit, einem Insekt, das in einen Tümpel gefallen ist, ein Blatt oder einen Halm zur Rettung hinzuhalten. Und er fürchtet sich nicht, als sentimental belächelt zu werden.“ 
  
  
Besonders gelungen ist aber für mich Albert Schweitzers Sicht auf die Menschen: „Wir sehen in den anderen Menschen nicht Mitmenschen, sondern Nebenmenschen – das ist der Fehler.“ In Zeiten von wachsendem Egoismus gelten diese Worte ganz besonders dieser Tage für mich. Die Corona-Leugner und Masken-Gegner sind für mich ein trauriges Abbild unserer Gesellschaft, sie denken nur an sich und dass angeblich ihre Rechte eingeschränkt werden. Aber in einer Gesellschaft haben wir auch Pflichten und dazu gehört gegenseitige Rücksichtnahme. Wir tragen die Masken nicht für uns selbst, uns schützen sie nur wenig, sondern wir tragen sie für unsere MIT-Menschen, um die vor Ansteckung zu bewahren. Dazu passt auch dieses Zitat von Albert: „Das Verhängnis unserer Kultur ist, dass sie sich materiell viel stärker entwickelt hat als geistig.“ 
  
Es hilft, sich umfassend zu informieren und sich unterschiedliche Meinungen und Berichte anzuhören und dann selbst mal nachzudenken, um sich eben geistig weiter zu entwickeln und dabei nicht nur an den eigenen Vorteil zu denken. Aktive Nächstenliebe war ihm ein Anliegen, so hat er gesagt: „Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“ Man wird erst dann zum Auto, wenn man fährt, wenn man unterwegs ist, wenn man sich auf den Weg macht. Und zum Christen, wenn man seinen Motor startet und sich aktiv in die Gesellschaft einbringt. Im Gottesdienst, in der Kirche kann man Kraft tanken für sich selbst, aber zum Christsein gehört es dazu, etwas zu tun. 
 
So beschreibt es Albert Schweitzer: „Gebete ändern die Welt nicht. Aber Gebete ändern die Menschen. Und die Menschen verändern die Welt.“ Wir können nicht die ganze Welt retten und umgestalten, aber ein bisschen was, davon bin ich überzeugt. Jede und jeder kann einen Teil tun und in seinem Leben Finger-, Hand- und Fußabdrücke hinterlassen, vielleicht nur kleine, aber aus vielen kleinen können große werden. Albert Schweitzer hatte eine Vision, einen Traum von seinem Leben und hat alles daran gesetzt, das wahr werden zu lassen. Bewundernswert, wie er das mit einem starken Willen und unendlich viel Ausdauer ausgehalten hat, immer geleitet von Nächstenliebe und dem Wunsch, zu helfen und nicht nur große leere Reden zu schwingen. Oder, wie er es selbst gesagt hat: „Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.“
 

Fürbitten: Guter Gott, wir sind verbunden mit allem, was lebt. Du lässt uns deinen Willen zur Liebe erkennen und hast uns aufgetragen, die Erde zu behüten und zu bebauen. Stärke und weite in uns die Ehrfurcht vor allem Leben. Segne alles, was du geschaffen hast: alle Pflanzen und Tieren in ihrer Vielfalt. Lass uns achtsam sein vor deinem Werk. Gib uns ein aufmerksames und empfindsames Herz, das sich einsetzt, wo menschliches Leben missachtet, bedroht, gehemmt oder verletzt wird. Amen. 
  
  
Vater unser im Himmel…
  

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
 

Kerze kann nun ausgepustet werden
 

Kurze Info aus dem Pfarramt:
 
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr, wer möchte, kann dann ein Vaterunser beten. 
  
 
Am 30.8. um 14 Uhr ist in Mühlbach Gottesdienst mit Taufen und dem Posaunenchor am Laufbrunnen. Bitte Mund-Nasen-Maske mitbringen und Abstandsregeln beachten.
  
 
Andacht auf dem Anrufbeantworter: 06359-95 352 92.
  
 
Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.

 
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!

 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
10. So. nach Trinitatis  -   Dauer 4:48)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

 

 

 

Gottesdienst am 16.08.2020 zum 10. Sonntag nach Trinitatis
 
  

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden

Liebe Leserin, lieber Leser, 
  
„Sei kein Gefangener deiner Vergangenheit. Werde zum Architekten deiner Zukunft!“, so der Schriftsteller Robin Sharma, passend zum heutigen Predigttext.
 

Wir beten: Gott, ich bin/wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Amen.
 

Predigt: Phil 3, 7-14 (gekürzt) Paulus schreibt:
„Aber was mir früher Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird. Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
  
stell dir vor, du könntest eine Zeitmaschine benutzen, die aber nur ein einziges Mal funktioniert, denn dann zerstört sie sich selbst. Du hast nur eine Chance, kannst nur ein einziges Datum eingeben. 
Hättest du ein solches Datum? Gibt es einen ganz bestimmten Punkt in deinem Leben, wo du genau weißt, hier bin ich falsch abgebogen, hier habe ich einen Fehler gemacht? Nimmst du das Angebot an, diesen Fehler zu korrigieren und einen anderen Weg zu versuchen?
 
Schwere Frage. 
Natürlich gibt es Dinge, die du im Nachhinein bereust. Das können Entscheidungen sein, die du getroffen hast oder auch welche, die du eben gerade nicht gemacht hast: Eine Ausbildung, ein Job, eine Beziehung, eine Heirat, ein Umzug. 
 
Aber wie wird es dir ergehen, wenn du die Zeit zurück gedreht hast? Dann machst du vielleicht diesen einen Fehler, den du so sehr bereust, nicht mehr, vielleicht geht alles gut. Aber noch wahrscheinlicher machst du viele neue Fehler, die womöglich im Nachhinein eine noch größere Baustelle in deinem Leben auslösen und viel schwerer wiegen. Wer weiß…
Der Apostel Paulus schreibt den Predigttext, als er im Gefängnis sitzt. Da hat er viel Zeit nachzudenken und lässt sein Leben mal Revue passieren. 
 
Früher, als er noch Saul hieß, da war er ein leidenschaftlicher Pharisäer, der andere mit erhobenem Zeigefinger auf ihre Sünden hingewiesen hat. Immer im Bewusstsein, der perfekte Mensch zu sein, genauso zu handeln, wie Gott es wünscht. Mit großem Eifer hat er die ersten Christen verfolgt und war zufrieden, wenn er sie an die Römer ausliefern konnte. 
 
Doch dann passiert es, dass er in Damaskus dem auferstandenen Jesus selbst begegnet. Daraufhin dreht sich sein Leben um 180° und er wird zu Paulus. Nun ist er nicht mehr gegen die Christen, sondern er strebt danach, für alle Christen das Vorbild schlechthin zu werden. Paulus sagt über seine Vergangenheit: „Alles, was mir früher wichtig gewesen ist, bedeutet heute nur noch einen Haufen Dreck, das war doch alles Mist!“ 
 
Er fällt ein vernichtendes Urteil über sein bisheriges Leben. Hätte Paulus eine Zeitmaschine, er würde sich wohl wünschen, sein Leben zurück drehen zu können. Er musste im Nachhinein feststellen, dass seine Christenverfolgung falsch war und er damit einen großen Fehler gemacht hat. 
Aber: Wir können die Vergangenheit nicht ändern. „Hätte ich doch nur! Wäre ich bloß!“, das sind Gedanken, die uns durch den Kopf gehen, die uns aber nicht weiterbringen. Wäre ich nur 5 Minuten früher losgefahren. Hätte ich doch mal angerufen. Wäre ich nur die andere Strecke gegangen. Hätte ich mal lieber nichts gesagt. Was bringt es, sich darüber den Kopf zu zerbrechen? Sich immer nur im Kreis und in einer Endlosschleife zu drehen? Die Vergangenheit ist vergangen, wir können die Zeit nicht zurück drehen, es gibt halt keine Zeitmaschine mit einer neuen Chance.
 
Darum müssen wir lernen, nach vorne zu schauen. Der Blick zurück bringt uns nicht weiter. 
Außerdem macht uns unsere Vergangenheit zu der Person, die wir heute sind. Ich finde, darüber redet Paulus zu schlecht: alles als Mist und Dreck zu bezeichnen, was war, finde ich überzogen. Denn: Aus Fehlern kann man lernen, Sünden bereuen, sich für Missgeschicke und Patzer entschuldigen. 
Wir können die Vergangenheit nicht korrigieren, aber wir können versuchen, die Zukunft besser zu machen. Wir können uns bemühen, genau dieselben Fehler eben nicht mehr zu machen, Dinge anders zu tun, anders zu reagieren. 
 
Die Zukunft ist es, die wir ändern können. Sie können wir gestalten und nach unseren Wünschen formen, immer mit der Vergangenheit im Kopf, mit dem, was wir bisher im Leben erlebt haben.
So versucht es Paulus: „Ich vergesse, was dahinten ist, was vergangen ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus“.
 
Dieser Blick nach vorne tröstet ihn und versöhnt ihn mit dem, was nicht perfekt gelaufen ist und was auch in Zukunft nicht immer klappen wird. 
Machen wir uns also auf den Weg in die Zukunft, in ein Morgen, und schauen nicht zurück auf das, was uns belastet, sondern nach vorne auf das, was uns 
erlöst und frei macht.
 

Fürbitten: Guter Gott, manchmal drehen wir uns im Kreis und 
kommen aus diesem Hamsterrad nicht mehr alleine raus. 
Vielleicht hängen wir gerade an etwas fest, das in der Vergangenheit liegt und das uns belastet, das es uns schwer macht, frohen Herzens in die Zukunft zu schauen. Das bringen wir nun in der Stille vor dich und erzählen es dir: … 
 
Gib uns die Einsicht zu erkennen, dass wir die Vergangenheit nicht ändern können, dass sie zu uns gehört, ob wir wollen oder nicht und schenk die Kraft, hinter uns zu lassen, was uns belastet und uns traurig macht. Lass in uns die Hoffnung wachsen, dass es eine Zukunft gibt, das auf jede Nacht ein neuer Morgen folgt, an dem wir versuchen können, unsere Zukunft zu gestalten. Amen 
 
 
Vater unser im Himmel…


Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
 

Kerze kann nun ausgepustet werden
 

Kurze Info aus dem Pfarramt:
 
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr, wer möchte, kann dann ein Vaterunser beten. 
 
Am 30.8. um 14 Uhr ist in Mühlbach Gottesdienst mit Taufen und dem Posaunenchor am Laufbrunnen. Bitte Mund-Nasen-Maske mitbringen und Abstandsregeln beachten.
 
Ohne Gottesdienste keine Kollekten, auf die wir aber angewiesen sind. 
Wer spenden möchte: KG Mühlbach: BIC: MALADE51KUS 

IBAN: DE80 5405 1550 0120 0098 16 
  
Herzlichen Dank
 

Andacht auf dem Anrufbeantworter: 06359-95 352 92.
 
Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.

 

 
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!

 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
7. So. nach Trinitatis  -   Dauer 4:56)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

 

 

 

Gottesdienst am 26.07.2020 zum 7. Sonntag nach Trinitatis
 
  

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
  

Liebe Leserin, lieber Leser, 
  
  
wie gut es ist, wenn wir alle Sinne beieinander haben, darum geht 
es heute in der Predigt.
  

Wir beten: Gott, ich bin/wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Amen.
  

Predigt: Joh 9, 1-7 (gekürzt)
„Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. Seine Jünger fragten ihn: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist? Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei, strich ihn auf die Augen des Blinden und sprach zu ihm: Geh zum Teich und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.“
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
  
ich kann mir nicht vorstellen, einen meiner 5 Sinne nicht zu haben. Ich kann sehen, hören, riechen, schmecken und tasten. Im Alltag fällt mir das oft gar nicht auf, ich bin selten dankbar dafür. Erst wenn dann eine Erkältung da ist und ich weder etwas schmecken noch etwas riechen kann, merke ich, was für ein Geschenk es ist, dass ich alle Sinne beieinander habe. Das ist wichtig, um das große Ganze wenigstens ansatzweise verstehen zu können, wie die folgende Geschichte erzählt:
  

Es waren einmal fünf weise Gelehrte. Sie alle waren blind. Diese Gelehrten wurden von ihrem König auf eine Reise nach Indien geschickt und sollten herausfinden, was ein Elefant ist. Dort wurden sie von Helfern zu einem Elefanten geführt. Die fünf Gelehrten standen nun um das Tier herum und versuchten, sich durch Ertasten ein Bild von dem Elefanten zu machen. 
Als sie zurück zu ihrem König kamen, sollten sie ihm nun über den Elefanten berichten. Der erste Weise hatte am Kopf des Tieres gestanden und den Rüssel betastet. Er sprach: "Ein Elefant ist wie ein langer Arm." Der zweite Gelehrte hatte das Ohr ertastet und sprach: "Nein, ein Elefant ist vielmehr wie ein großer Fächer." Der dritte Gelehrte sprach: "Aber nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule." Er hatte ein Bein berührt. Der vierte Weise sagte: "Also ich finde, ein Elefant ist wie eine kleine Strippe mit ein paar Haaren am Ende", denn er hatte nur den Schwanz des Elefanten ertastet. Und der fünfte Weise berichtete seinem König: " Also ich sage, ein Elefant ist wie eine riesige Masse, mit Rundungen und ein paar Borsten darauf." Dieser Gelehrte hatte den Rumpf des Tieres berührt. 
  
Nach diesen widersprüchlichen Äußerungen fürchteten die Gelehrten den Zorn des Königs, konnten sie sich doch nicht darauf einigen, was ein Elefant wirklich ist. Doch der König lächelte weise: "Ich danke Euch, denn ich weiß nun, was ein Elefant ist: Ein Tier mit einem Rüssel, der wie ein langer Arm ist, mit Ohren, die wie Fächer sind, mit Beinen, die wie starke Säulen sind, mit einem Schwanz, der einer kleinen Strippe mit ein paar Haaren daran gleicht und mit einem Rumpf, der wie eine große Masse mit Rundungen und ein paar Borsten ist." 
  
Die Gelehrten senkten beschämt ihren Kopf, nachdem sie erkannten, dass jeder von ihnen nur einen Teil des Elefanten ertastet hatte und sie sich zu schnell damit zufrieden gegeben hatten.


  
Man sagt ja, dass sich die anderen 4 Sinne umso stärker entwickeln und ausprägen, wenn uns ein anderer fehlt. Also dass etwa Blinde besonders gut hören können und einen hervorragenden Tastsinn haben, um damit das fehlende Sehen auszugleichen. Ihre Welt ist dadurch eine andere als meine, sie nehmen Gegenstände und Geräusche ganz anders wahr als ich. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass meine Sicht auf die Dinge die einzig wahre und echte ist, nur, weil ich sehen kann und sie nicht. 
In der Geschichte braucht es ein Zusammenspiel aller Komponenten, um exakt zu erfassen, was ein Elefant ist. Die bildhafte Schilderung der Blinden und die Übersicht des sehenden Königs. 
Wie oft sehen auch wir nur einzelne Bruchstücke, hören nur mit halbem Ohr hin, ertasten nur einen kleinen Teil, schmecken nicht alle Feinheiten, riechen nicht alle Bestandteile. Obwohl wir alle Sinne haben, laufen wir also manchmal blind durch diese Welt. Eine Erleuchtung bringt erst Jesus, er sagt: „Ich bin das Licht der Welt!“ Er hat den Überblick, er sieht klar und deutlich, wir nur verschwommen und unscharf. Vielleicht ist das aber manchmal gar nicht verkehrt, wenn wir nicht alles wissen, alles erkennen- zu unserem eigenen Schutz. Wir können eben nur einen Teil des Elefanten wahrnehmen, weil wir mit dem großen Ganzen vielleicht überfordert wären. 
  
Jesus dagegen war immer ganzheitlich tätig, er hat sich den Menschen mit allen Sinnen, mit seinem ganzen Sein gewidmet und konnte so umfassend helfen, dem Geist, dem Körper und der Seele. Sein „Licht“ bezieht sich nicht nur auf unsere Augen, ihm kommt es auf den ganzen Menschen an. 
  
Wenn wir offen sind für alles um uns, für die Natur, für unseren Nächsten, dann können wir Jesus darum bitten, wahrhaft sehen zu lernen. Und wenn er es für richtig hält, wird er unsere Sinne öffnen und schärfen und uns mit seinem Licht erleuchten.

 

Fürbitten: Gott, schenke uns gesunde Sinne. Lass uns mit deinen Augen klar und deutlich sehen, mit deinem Mund wahrhaft und verständlich reden, scharf und genau mit deinen Ohren hören, alle Feinheiten und Nuancen schmecken und die Schönheit deiner Schöpfung zärtlich und vorsichtig ertasten. Zünde dein Licht in den Herzen all jener Menschen an, die Macht haben in dieser Welt, dass sie alle ihre Sinne sinnvoll gebrauchen und zum Wohle aller einsetzen. Erleuchte und erhelle uns, befrei uns, wo wir mit Blindheit geschlagen sind. Nur in deinem Licht können wir das Licht der Welt sehen, öffne du unsere Augen. Amen.

  
Vater unser im Himmel…
  

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. 
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
  

Kerze kann nun ausgepustet werden

  
  
Kurze Info aus dem Pfarramt:

Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr, wer möchte, kann dann ein Vaterunser beten. 
  
Ganz behutsam fangen wir wieder mit Gottesdiensten an: 
Am 9.8 um 10.15 Uhr Unionskirche Neunkirchen und am 30.8. um 14 Uhr in Mühlbach mit Taufen am Laufbrunnen. Bitte immer Mund-Nasen-Maske mitbringen und Abstandsregeln beachten.
  
Pfrin Tamm hat Urlaub vom 24.7.-2.8., den nächsten Briefkastengottesdienst gibt es erst wieder für den 16. August.
  

Ohne Gottesdienste keine Kollekten, auf die wir aber angewiesen sind. Wer spenden möchte:
  
KG Neunkirchen: BIC: MALADE51KUS IBAN: DE68 5405 1550 0000 0062 88 
KG Mühlbach:    BIC: MALADE51KUS IBAN: DE80 5405 1550 0120 0098 16
KG Gimsbach:    BIC: MALADE51KUS IBAN: DE69 5405 1550 0000 0062 70

  
Herzlichen Dank
  

Andacht auf dem Anrufbeantworter: 06359-95 352 92.
  
Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.

 
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!

 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(5. So. nach Trinitatis  -   Dauer 4:15)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

 

 

 

Gottesdienst am 12.07.2020 zum 5. Sonntag nach Trinitatis
 
  

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
 
  

Liebe Leserin, lieber Leser, 
 
 
Christ sein, Jesus nachfolgen- das bedeutet manchmal einen radikalen Schnitt im Leben machen, wie wir in der Predigt erfahren.
 

Wir beten: Gott, ich bin/wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Schenke uns Orientierung, wenn wir uns im Chaos unseres Alltags verloren haben und deinen Weg nicht mehr erkennen können. Amen.
 

Predigt: Lk 5, 1-11 (gekürzt)
 
„Es waren viele Leute bei Jesus, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth und sah zwei Boote am Ufer; die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eins der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er lehrte die Menge vom Boot aus. Als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze aus! 
  
Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. Als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische, und ihre Netze begannen zu reißen. Sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren und sie kamen und füllten beide Boote voll, so dass sie fast sanken. Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst, ebenso auch Jakobus und Johannes, Simons Gefährten. Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.“
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
  
ich war neulich angeln. Nur zum Zuschauen, selbst angeln darf man nur mit gültigem Schein. Da hieß es: vor Sonnenaufgang aufstehen, denn Fische beißen am besten in aller Früh, wenn noch der Nebel über dem Wasser liegt oder dann wieder spät abends. Denn (das wusste ich vorher nicht): Fische können uns ganz gut wahrnehmen und hören. Die erkennen, dass da jemand am Ufer sitzt, bleiben dann lieber weg und kommen so natürlich nicht mal in die Nähe der Angel. Ehrlich gesagt hab ich sogar gehofft, dass wir nichts fangen- ich hab den Fischen gewünscht, dass sie diesen Tag überleben und weiter fröhlich im Weiher planschen können. 
Wir haben zum Spaß geangelt, die Männer zur Zeit Jesu haben davon gelebt. Einen Teil des Fangs haben sie selbst gegessen, den anderen verkauft. Der Evangelist Lukas berichtet von einer Nacht, in der nichts in ihren Netzen gelandet ist. Jetzt müssen sie an ihre Rücklagen und Vorräte gehen und das ist nicht viel- Fischer sind sehr arme Leute. Traurig und niedergeschlagen machen sie ihre Netze sauber für die kommende Nacht, in der Hoffnung, dass es dann besser wird. Sie waren stundenlang auf dem See unterwegs, sind von einem Ende zum anderen gerudert, immer in der Hoffnung, dass sie doch noch was fangen. Aber als die Sonne aufging, mussten sie zurück an Land- mit leeren Netzen und hundemüde.
  
 
Am Ufer steht Jesus und eine Menge Menschen sind bei ihm. Er hatte bei Petrus übernachtet und gestern einige Kranke geheilt, darum sind auch heute so viele gekommen. Weil die Menge zu groß ist, lässt Jesus sich von Simon Petrus auf den See fahren- von da können ihn alle sehen und verstehen ihn besser. Wie lange er geredet hat, weiß ich nicht, aber sicher nicht nur 5 Minuten. Geschätzt um die Mittagszeit sagt Jesus zu Petrus: „Jetzt fahren wir zusammen auf den See und ihr werft nochmal eure Netze aus.“ Petrus hat jahrzehntelange Berufskenntnisse, er weiß, dass kein Fisch um diese Zeit beißen wird, aber er hat gesehen, was Jesus gestern alles getan hat und letztlich hat er ja auch nichts zu verlieren. Gegen seine Erfahrung, gegen alles, was er je erlebt und gesehen hat, vertraut er auf einen Zimmermann, der vom Fischen wirklich keine Ahnung hat. Und sein Vertrauen, sein Glaube, wird reichlich belohnt: es sind so viele Tiere im Netz, das es vom Gewicht zu reißen droht, dass das Boot beinahe untergeht. Der Fang seines Lebens. 
  
Falls Petrus noch einen Beweis gebraucht hat, dass dieser Jesus ein besonderer Mensch ist, dann hat er ihn jetzt bekommen. Doch nicht nur er, auch seine Fischer-Kollegen Jakobus und Johannes haben verstanden, dass gerade vor ihren Augen ein Wunder passiert ist. Da können sie nicht anders, als auf ihr Herz hören und die Jünger dieses Mannes werden. Sie lassen alles stehen und liegen, ihre Familien, ihre Häuser, ihre Jobs, ihr komplettes Leben, weil sie fest daran glauben und davon überzeugt sind, dass ihre Bestimmung von nun an eine andere ist. Ihnen ist Gott selbst begegnet und der hat ihnen eine neue Aufgabe gegeben: „Von nun an werdet ihr Menschen fangen.“ 
  
Gott hat damit einen anderen Plan für ihr Leben- er hat auch oft einen anderen Plan für unser Leben: Der Mensch denkt und Gott lenkt- halt nicht immer in die Richtung, die wir uns so vorgestellt oder gewünscht haben. 
Das muss nicht gleich ein neuer Beruf sein wie bei den Jüngern- kann aber möglich sein. 
Das muss nicht gleich ein Umzug, ein neuer Freundeskreis sein- kann aber möglich sein. Wichtig sind Jesu Worte: „Fürchte dich nicht!“ 
  
Lass dich auf Gottes Plan ein und vertrau ihm, er kennt den Sinn und den Zweck hinter allem, wir können es nur (noch) nicht sehen. So ein Glaube, ein Vertrauen gegen alle Erfahrung kann manchmal schwer sein, aber es wird sich lohnen. Versuchen wir’s.

  
  
Fürbitten: Gott, du sagst uns: „Fürchte dich nicht!“ Denn du versprichst, immer bei uns und um uns zu sein, jeden unserer Wege mit uns zu gehen. Dabei führst du uns manchmal erst auf Umwege und durch dunkle Täler, die uns Angst machen können. Deine Gedanken sind nicht unsere Gedanken und dein Plan ein anderer als der unsere. Das müssen wir nicht selten durch die harte Schule des Lebens lernen. Aber immer begleitet uns dein: „Fürchte dich nicht!“ Lass uns deine Begleitung, deinen Segen, dein Da-Sein spüren, wenn wir uns danach sehnen, damit wir deutlich sehen, wie wir dir nachfolgen und in deinem Sinne leben können. Dazu helfe uns dein Heiliger Geist. Amen. 
  
Vater unser im Himmel…
  

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
  

Kerze kann nun ausgepustet werden
  
  
  

Kurze Info aus dem Pfarramt:
  
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr, wer möchte, kann dann ein Vaterunser beten. 
  
Ganz behutsam fangen wir wieder mit Gottesdiensten an: 
  
Am 19. Juli um 10 Uhr Barockkirche Gimsbach,

am 9.8 um 10.15 Uhr Unionskirche Neunkirchen und

am 30.8. um 14 Uhr in Mühlbach mit Taufen (im Grünen, Ort wird bekannt gegeben). 
  
Bitte immer Mund-Nasen-Maske mitbringen und Abstandsregeln beachten.
  

Pfrin Tamm hat Liedandachten gesungen und gesprochen, zu finden auf der Homepage: www.pfarrei-am-potzberg.de unter „Made my day“.
  

Andacht auf dem Anrufbeantworter: 06359-95 352 92.
  
Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919. 
 
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!

 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(3. So. nach Trinitatis  -   Dauer 3:48)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

 

 

Gottesdienst am 28.06.2020 zum 3. Sonntag nach Trinitatis
 

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
 

Liebe Leserin, lieber Leser, 
  
  
der Wochenspruch steht bei Lk (19,10): „Christus spricht: Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ Heute sind wir in der Predigt auf der Suche nach Gold und Silber, aber vielleicht werden wir dabei etwas ganz anders finden.
  

Wir beten: Gott, ich bin/wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Nichts und niemand ist verloren bei dir, du hast uns stets im Blick. Dafür danken wir dir. Amen.
  

Predigt: Apg 3, 1-10 (gekürzt)
„Petrus und Johannes gingen hinauf in den Tempel. Und es wurde ein Mann herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den setzte man täglich vor die Tür des Tempels, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen. Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um ein Almosen. Petrus aber blickte ihn an und sprach: Sieh uns an! Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher! Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott.
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
  
wie sieht es auf deinem Bankkonto aus? Vielleicht ähnlich wie bei Petrus. 
Er sagt zu dem Lahmen: „Silber und Gold habe ich nicht“. Doch darauf ist dieser Mann angewiesen: er sitzt täglich auf den Stufen vorm Tempel und wartet darauf, dass jemand Mitleid hat und ihm Almosen schenkt. 
  
Wenn es ein schlechter Tag ist, kann es durchaus sein, dass er gar nichts bekommt. Dann hat er nichts zu essen. Mit Petrus und Johannes kommen zwei, die selber nichts haben, sie haben in der Nachfolge Jesu auf allen Besitz verzichtet, sind selbst auf Spenden angewiesen.

  
Doch Petrus hat etwas viel Wertvolleres als Silber und Gold dabei: wahres, echtes Mitgefühl. Er redet mit dem Gelähmten und spricht ihn an. Das tun die wenigsten. Die meisten laufen achtlos an dem Mann vorbei und werfen ihm nur eine Münze zu. Deswegen kommt er sich oft vor, als wäre er nicht besser als ein Tier, eine Last für andere, zu nichts nütze und für nichts zu gebrauchen. Jeden Tag diese Erniedrigung, auf den Stufen zu sitzen und zu betteln, das hat ihn gebrochen, hat seine Seele kaputt gemacht. 
Petrus hat Mitleid mit ihm und kann ihm kein Geld schenken, aber etwas, das einmalig und unbezahlbar ist: er schenkt ihm eine Zukunft. „Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher!“

  
Der Gelähmte fühlt plötzlich wieder Hoffnung in sich. Petrus reicht ihm die Hand, er nimmt sie und mit seiner Hilfe steht er ganz langsam auf. Und wirklich- seine Behinderung ist fort: er ist von einem Moment zum nächsten frei, nichts lähmt ihn mehr, keine Beeinträchtigung engt ihn mehr ein. 
Er kann nicht anders und hüpft herum, springt und jubelt, freut sich seines Lebens, kann kaum fassen, was da gerade eigentlich passiert ist.

  
Bei allem Glück vergisst er aber nicht zu danken. Er geht mit den beiden Jüngern in den Tempel hinein, auf seinen eigenen Füßen und lobt Gott und dankt ihm für das Wunder, das an ihm geschehen ist. 
Silber und Gold haben die wenigsten von uns und auch mit Wundern wie Heilungen tun wir uns schwer. Doch oft sind es gerade die kleinen Dinge, mit denen wir unsere Welt verändern können: Einer Mutter mit Kinderwagen die Tür aufhalten. Einer alten Dame die Nudeln vom obersten Supermarktregal geben, an das sie nur mit Mühe kommt. Den Postboten oder die Männer der Abfallentsorgung freundlich grüßen und einfach mal danke für deren Arbeit sagen. Im Wartezimmer beim Arzt allen Anwesenden einen „Guten Tag“ wünschen.

  
Das alles sind nur Kleinigkeiten, mit denen wir sicher nicht die Welt aus den Angeln heben können, aber wir können mit so unscheinbaren Dingen für andere da sein. 
Überlegen wir, welches Geschenk wir unseren Nächsten machen könnten, wobei wir ihnen helfen und wie wir sie unterstützen können. Es gibt so viel, das wir tun können, wenn wir nur die Augen aufmachen und unser Herz öffnen. Denn gerade etwas scheinbar Unwichtiges kann manchmal große Wunder vollbringen und das Leben unseres Gegenübers ändern und sein Leben reich und neu machen. „Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir“. Ein Satz, den man sich ins Herz schreiben sollte.

  

Fürbitten
Gott, himmlischer Vater, Silber und Gold haben die wenigsten von uns, große Reichtümer finden sich eher bei anderen. Aber du hast uns dafür mit anderen Dingen reich gesegnet, uns einen großen Schatz geschenkt. 
Das größte Gut, das wir haben, ist deine Liebe zu uns. Sie ist größer, als wir je begreifen können. Sie gilt uns, sie gilt allen Menschen.
  
Hilf, dass wir die nicht übersehen, die uns brauchen, die auf ein Wort von uns warten und auf unsere Nähe hoffen. Gib, dass sich in unserem Tun deine Liebe zeigt.
  
Viel zu oft laufen wir blind an anderen vorbei, sind gelähmt von Verpflichtungen und eingeengt von Zwängen. Öffne du unsere Augen, Ohren und Herzen für das, was wirklich zählt, für die vielen Kleinigkeiten, die wir im Alltag übersehen. Lass uns dort tatkräftig anpacken, wo unsere Hilfe gebraucht wird, wo wir unsere Gaben und Fähigkeiten einsetzen können und lass uns so Wunder im Kleinen vollbringen und für andere Menschen ein Segen sein. Amen.
Vater unser im Himmel…

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein 
Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
  

Kerze kann nun ausgepustet werden
  

Kurze Info aus dem Pfarramt:
  
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr, wer möchte, kann dann ein Vaterunser beten.
  

Am 5. Juli ist um 10 Uhr ein Gottesdienst in Föckelberg auf dem Sportplatz mit dem Posaunenchor: Bierbänke werden aufgebaut, im Anschluss gibt es Getränke und Würstchen. Bitte Mund-Nasen-Maske unbedingt mitbringen!!! Bei Regen muss der Gottesdienst leider ersatzlos ausfallen.
  

Pfrin Tamm hat Liedandachten gesungen und gesprochen, zu finden auf der Homepage: www.pfarrei-am-potzberg.de unter „Made my day“.
  

Andacht auf dem Anrufbeantworter: 06359-95 352 92.
   
Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.

 
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!

 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Trinitatis  -   Dauer 4:11)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

 

 

Gottesdienst an Trinitatis 2020

  

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden

  

Liebe Leserin, lieber Leser, 
  
heute ist Trinitatis, das Fest der Dreifaltigkeit, an dem wir so gerne Jubelkonfirmationen gefeiert hätten.
  

Wir beten: Gott, ich bin/wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Du bist Vater, Sohn und Heiliger Geist, danke, dass du dich uns auf so viele Weisen zeigst. Amen.
  

Predigt: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
  
„OMG- Oh mein Gott!“, ruft der Engel. Scheinbar sieht er heute Gott zum ersten Mal leibhaftig vor sich und ist erstaunt. Gott wird in dieser Zeichnung dunkelhäutig und ziemlich „cool“ und lässig dargestellt. Nein, so hat ihn sich der Engel wohl nicht vorgestellt.
Und du? Was für ein Bild von Gott hast du im Kopf? Das klassische vermutlich: alter, grauhaariger, bärtiger, gütig schauender Mann, ähnlich dem Nikolaus. 
Heute ist Trinitatis, das Fest der Dreifaltigkeit, denn wir Christen glauben an Gott Vater, Gott Sohn und den Heiligen Geist. 3 Personen und doch 1 Ganzheit. 
 
Wir Menschen glauben eigentlich nur das, was wir wirklich sehen, am besten noch anfassen können, wovon wir uns ein Bild machen können. Mit Jesus ist das noch relativ leicht. Dunkle Haare, gebräunter Teint, dunkle Augen, normal groß und Idealgewicht- davon gehe ich jetzt einfach mal aus, wäre er etwa blond und blauäugig gewesen, also optisch ganz anders als seine Jünger, würde dazu sicherlich ein Hinweis in der Bibel stehen. Auch vom Heiligen Geist haben wir ein Bild im Kopf: Wind, der sich an Pfingsten in Feuerzungen auf die Jünger verteilt hat oder der in Form einer Taube an Jesu Taufe erschienen ist. Aber wie sieht Gott Vater aus?
Es gibt in der Bibel unzählige Vergleiche: Gott ist wie der gute Hirte, der strafende Richter, der heilende Arzt, das tosende Wasser, die tröstende Mutter und Jesus bezeichnet ihn schließlich als „Abba“, als liebenden und gütigen Vater. Interessanterweise ändert sich unser Gottesbild stark im Laufe unseres Lebens, im Gegensatz zur Vorstellung, die wir von Jesus und dem Heiligen Geist haben. Das hängt mit unseren Gefühlen zusammen, mit unserer Lebensgeschichte. Erfahren wir Glück und Erfolg, dann ist Gott für uns wie die himmlische Wärme, die uns umgibt. Leuchtend und hell. Müssen wir Schicksalsschläge und Trennungen durchmachen, dann ist Gott für uns wie die eisige Kälte, die uns erstarren lässt. Gleichgültig und desinteressiert. Mit unseren Gefühlen ist also auch unser Glaube eng verknüpft. Selbst Jesus hat diese Erfahrung gemacht, als er am Kreuz hängend verzweifelt in den Himmel geschrien hat: „Mein Gott, mein Gott! Warum hast du mich verlassen??“ Mit unserem Gottesbild kommen wir schnell an die Grenzen unserer Vorstellungskraft, denn Gott ist eben anders. Immer. Für uns un-vorstellbar, un-begreiflich, un-fassbar. Gott ist nicht schwarz, nicht weiß, nicht grau und doch jede Farbe. Nicht cool, nicht lässig und doch auf SEINE ganz eigene Art humorvoll. Schwierig, ich weiß. Dazu kommt dann noch die Sache mit der Trinität- eine komplizierte theologische Angelegenheit. Zur Erklärung der Dreifaltigkeit hilft mir am meisten der Vergleich mit der Sonne: Gott ist dieser leuchtende Himmelsstern, in den wir nicht mit bloßem Auge sehen können, in dessen Nähe wir nicht mal annähernd kommen können. Jesus ist das Licht dieser Sonne, das für uns leuchtet und strahlt. Der Heilige Geist ist die Wärme, die von der Sonne ausgeht, unsichtbar und doch deutlich zu spüren. 
Wärme, Licht und Stern- 3 Dinge, aber doch alles die Sonne selbst. OMG- oh, MEIN Gott, das sagt es eigentlich schon aus: Gott ist, wie DU ihn siehst, was DU daraus machst, wie DU ganz persönlich ihn wahrnimmst. Er möchte gerne die Sonne in deinem Leben sein, es hell und freundlich machen. Er bleibt da, auch wenn er hinter schwarzen Regenwolken vielleicht manchmal verborgen und unsichtbar ist, wenn seine Sonne am Horizont untergegangen ist und verloren scheint. Doch obwohl wir ihn eben nicht sehen können, ist er dennoch ein wichtiger Teil unseres Lebens: ohne Sonne, ohne Licht, ohne Wärme können wir nicht sein! OMG- Oh, mein Gott, dafür danken wir dir! Amen!
  

Fürbitten
Dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, sei bei uns.
Gott Vater, du Quelle des Lebens. Wir danken dir für deine herrliche Schöpfung, für Sonne und Regen, Wind und Sterne, für alle Tiere und Pflanzen. Wir bitten dich, hilf uns dabei, all das, was du uns geschenkt hast, zu achten und zu bewahren. 
Jesus Christus, unser Herr und Bruder. Wir danken dir für deine Liebe, für die Worte, die du uns gegeben hast, dein Vorbild, nach dem wir uns richten können. Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben. Rette und versöhne diese Welt. 
Heiliger Geist, du Tröster. Wir danken dir für deine Weisheit, für das Feuer, das du in den Herzen der Menschen entzündest, für den Glauben an das Gute, du öffnest auch die verschlossenen Herzen. Sei bei deiner weltweiten Kirche, bei allen Trauernden und Traurigen, bei den Müden und Erschöpften. Gib ihnen und uns Kraft und verwandle diese Welt durch deine Liebe. Wir beten:
Vater unser im Himmel…
  

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
  

Kerze kann nun ausgepustet werden
 

Kurze Info aus dem Pfarramt:
  
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet. 
  
Pfarrerin Tamm hat Urlaub vom 8.-20. Juni, die Vertretung hat Pfrin Ulla Steinmann. Die nächsten beiden Wochen wird es darum KEINE Briefkasten-Gottesdienste geben. 
  
Am 5. Juli ist um 10 Uhr ein Gottesdienst in Föckelberg auf dem Sportplatz feiern, für den jede/r eine Sitzgelegenheit mitbringen soll.
 

Pfrin Tamm hat Liedandachten gesungen und gesprochen, zu finden auf der Homepage: www.pfarrei-am-potzberg.de unter „Made my day“.
  

Andacht auf dem Anrufbeantworter: 06359-95 352 92.
  
Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919. 
  
  
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!

 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Exaudi  -   Dauer 4:52)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

 

Gottesdienst am 24.05.2020 zum Sonntag Exaudi
 

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
 

Liebe Leserin, lieber Leser,
 
„Exaudi, Domine, vocem meam, qua clamavi ad te“, „Höre, Herr, meine Stimme, wenn ich zu dir rufe“, (Ps 27,7) so ist das Motto dieses Sonntags und ums Stimmen hören geht es auch in der Predigt.
 

Wir beten: Gott, ich bin hier/ wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Höre uns, erhöre uns, antworte uns, wenn wir zu dir beten. Amen.
 

Predigt: II - Jer 31, 31-34 (hier gekürzt):
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.“
 

Liebe Leserin, lieber Leser,
 
hörst du abends auch manchmal Stimmen, wenn du auf der Couch sitzt und gleich der Film beginnt, auf den du dich schon die ganze Woche gefreut hast? Da flüstert dann auf einmal jemand: „Hey, du, ja, du. Im Schrank liegt noch eine Tüte Chips. Du weißt schon, die gute Sorte. Komm, heute warst du fleißig, die kannst du dir mal gönnen!“ Ja, gute Idee, warum eigentlich nicht. Du willst gerade aufstehen, da kommt prompt eine andere Stimme: „Äh, halt, stopp! Ich glaub, ich spinne. Hast du heute nicht schon genug ungesundes Zeug gegessen???“ O, ja, das ist natürlich richtig, muss ja nicht sein. Dann vielleicht morgen. Doch da ist wieder die 1. Stimme: „Hallo? Na und? Wo ist denn das Problem mit 2-3 Chips? Musst ja nicht die ganze Packung essen. Nur mal so zum Probieren. Ist doch nicht schlimm!“ Genau, nur eine Handvoll, das ist doch ein guter Kompromiss. Du machst dich auf den Weg zum Schrank. „Ach ja, nur 2-3? Du weißt doch genau, wie das beim letzten Mal war. Konntest wieder nicht aufhören und am Ende war die ganze Packung leer und du hast gejammert, weil du zu viele Kalorien gegessen hast. Das kennen wir alles. Hör auf und setz dich wieder hin!“, befiehlt Stimme 2. Erschrocken machst du die Schranktür zu. Das ist aber auch ein Ärger mit diesen Chips, die Tüte geht immer wie von Geisterhand leer und am Ende hat man ein schlechtes Gewissen. Aber auf der anderen Seite, dieses Mal hältst du dich daran und nimmst nur ein paar. Oder…?
 
Wie geht diese Geschichte wohl aus? Wer gewinnt am Ende? Das Engelchen oder das Teufelchen? Die dunkle Seite der Macht oder die Vernunft? Die Versuchung oder die Waage?
 
Die Antwort auf die Frage, Chips oder keine Chips, wird jetzt keine gravierenden und massiven Auswirkungen auf unser Leben haben. Außer, wir geben der Versuchung täglich nach, dann wird es schwerwiegend auf der Waage.
 
Das Engelchen auf unserer Schulter ist sowas wie unser Gewissen. Wir stehen öfter mal vor wichtigen Entscheidungen und müssen genau überlegen, was wir tun. Wichtig für unser Handeln ist dabei eben unser Gewissen, es zeigt uns nämlich, ob wir gerade richtig gehandelt haben oder nicht. Mir ist zum Beispiel Anfang des Jahres das Auto fort gerollt, als ich kurz weg war. Trotz angezogener Handbremse ist es auf ein anderes parkendes Auto aufgefahren, aber durch die Bremse wohl extrem sanft. Ich hab wirklich überall ganz intensiv nachgeschaut und konnte weder bei meinem noch bei dem anderen Fahrzeug etwas erkennen. Also bin ich heimgefahren. Aber ich hab keine Ruhe gefunden: Was, wenn ich etwas übersehen habe und doch was passiert ist? Darum hab ich mich bei der Polizei gemeldet und die haben alles überprüft und auch nichts gefunden. Alles okay also, aber hätte ich das nicht gemacht, ich hätte keine ruhige Minute mehr bekommen. „Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen“- das stimmt wirklich. Woher aber kommt dieses „Gewissen“, auf welchen Werten baut es auf, ab wann meldet es sich? Das kommt sicher auf unsere Erziehung an, aber für mich ist es auch der „neue Bund“, von dem im Predigttext die Rede ist. Gott sagt hier: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben“. Dieses Gesetz ist für mein Empfinden das, woran sich mein Gewissen orientiert, das Engelchen kennt die Rechtslage genau und flüstert uns immer wieder die richtigen Bestimmungen ins Ohr. Das tut es aber nicht, um uns vorzuführen oder damit zu ärgern, sondern es will uns helfen. Gott hat mit uns an unserer Taufe einen Bund fürs Leben geschlossen, etwas Bleibendes geschaffen, ein Band, das uns immer mit ihm verbinden soll. Das Gewissen erinnert uns regelmäßig an die Vertragsbedingungen und kommt uns in den Sinn, wenn wir dagegen verstoßen. Gott weiß, wie schwer es uns fällt, immer an alles zu denken und alle Paragrafen einzuhalten und verspricht uns gleichzeitig: „Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken“. Er möchte aber, dass wir auf unser Herz, auf unser Gewissen und das Engelchen achten, wenn wir mal nicht weiter wissen, denn die sind alle dazu da, uns zu helfen. Ob du dich jetzt vom Teufelchen zu Chips verführen lässt, bleibt dabei also allein deinem gesunden Menschenverstand überlassen. Es muss ja nicht gleich die ganze Packung sein (sagt das Engelchen :) ).
 

Fürbitten:
Exaudi, Domine, höre Gott, erhöre uns.
Höre das Weinen und Klagen der Verzweifelten und Trauernden, der Ohnmächtigen und Schwachen. Erhöre ihr Rufen und begleite sie, tröste und stärke sie. Höre die Lügen und falschen Reden um uns, höre den Hass, den Neid, die Bosheit unserer Welt. Sende uns deinen Geist, der uns hilft, Gut und Böse, Betrug und Realität zu unterscheiden und alles richtig einzuordnen, was uns erzählt wird und was wir sehen.
 
Lass zur rechten Zeit das Engelchen auf unserer Schulter die passenden Worte finden, damit wir nicht vom Weg abkommen und kluge Entscheidungen treffen.
 
Höre deine Kirche, Gott. Höre unseren Glauben, unsere Sehnsucht, erhöre uns und steh uns bei. Gemeinsam beten wir, wie dein Sohn Jesus Christus es uns zu beten gelehrt hat:
 
Vater unser im Himmel…
 

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
 

Kerze kann nun ausgepustet werden
  
 

Kurze Info aus dem Pfarramt:
 
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet.
 
Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen!
 
Im Mai und Juni finden noch keine Gottesdienste statt, die Auflagen in den Kirchen sind für uns aktuell nicht umsetzbar.
Am 5. Juli werden wir um 10 Uhr einen Gottesdienst im Grünen feiern.
 

Pfrin Tamm hat für jeden Tag der Woche 3minütige Liedandachten gesungen und gesprochen, zu finden auf der Homepage:
www.pfarrei-am-potzberg.de unter „Made my day“.
  

Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu, unter einer NEUEN NUMMER: 06359-95 352 92.
 

Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.
 
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!



 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Pfingsten  -   Dauer 4:47)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

 

Gottesdienst zu Pfingsten 2020
  
 

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
  
wir feiern an Pfingsten den Geburtstag der Kirche, denn an diesem Tag wurde den Jüngern der Heilige Geist geschenkt.

Wir beten: Gott, ich bin/wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Ohne deinen Heiligen Geist sind wir verloren, danke für dieses Geschenk. Amen.
  

Predigt: Apg 2, 1-21 (hier stark gekürzt): 
„Als der Pfingsttag gekommen war, waren die Jünger alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und die Jünger wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen. Darüber entsetzten sich die Menschen und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.“
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
  
Hand aufs Herz- hattest du schon mal einen Kater? Damit meine ich nicht 
ein niedliches kleines Fellknäuel zum Knuddeln, sondern mir geht es um die morgendlichen Spätfolgen von übermäßigem Alkoholkonsum. Von einem Erlebnis, das mit Sicherheit zu einem Kater geführt hat, berichtet dieser Witz:
 

Der neue Priester ist sehr aufgeregt vor seiner 1. Messe. Also fragte er seinen Bischof um Rat. Der sagte, dass er vor dem Gottesdienst immer zwei Tröpfchen Wodka in ein Glas Wasser gebe und ihm das helfe, nicht so aufgeregt zu sein. Der Priester nimmt sich diesen Rat zu Herzen. Alles läuft super, die Gemeinde klatscht Beifall und jubelt. Beschwingt kommt der Priester nach dem Gottesdienst in die Sakristei zurück, wo er einen Zettel seines Bischofs mit folgender Rückmeldung findet:
Geschätzter Bruder in Christo! Ich gebe Ihnen einige Ratschläge und bete zu Jesus Christus, dass sich diese Angelegenheiten in der nächsten Messe nicht wiederholen werden:
  
Es ist nicht nötig, Zitronen an den Kelchrand zu stecken. Es heißt in der Geschichte nicht der warmherzige Bernhardiner, sondern der barmherzige Samariter. Außerdem heißt es nicht: „Suche mich in der Unterführung“, sondern „Führe mich nicht in Versuchung“. Die Gebote sind deren 10 und die Anzahl der Apostel war 12 und nicht 7 (keiner der Apostel war ein Zwerg und keiner hatte ein rotes lustiges Käppchen auf). 
 
Das Weihwasser ist zum Segnen da und nicht um den Nacken zu erfrischen. Niemals sollten Sie beten, indem Sie sich auf die Stufen vor den Altar setzen und den Fuß auf die Bibel legen. Die Aufforderung zum Tanz ist nicht schlecht, aber in der Polonaise durchs Kirchenschiff: nein! Der Typ im Kirchenschiff ist übrigens Jesus, er hängt da auch nicht rum, sondern ist ans Kreuz genagelt. Jener in der ersten Reihe, welchen Sie als „Opi mit Röckchen“ bezeichnet haben, der „unglaublich lächerlich“ aussieht, war ich. Und am Schluss heißt es „Amen“ und nicht „Prost“. Das nächste Mal geben Sie bitte einige Tropfen Wodka ins Wasser und nicht umgekehrt. Herzlichst, Ihr Bischof
 

Oje, da hat der Priester wohl zu tief ins Glas geschaut. Genau das wird auch den Jüngern im Predigttext unterstellt. Sie sind an sich alles ungebildete Männer aus Galiläa, einfache Fischer und Handwerker, die gerade so lesen und schreiben können. Sie sind es nicht gewohnt, irgendwo in der Öffentlichkeit zu stehen und große Reden zu schwingen. Und jetzt fangen sie auf einmal an, frei und offen zu sprechen und von Jesus zu erzählen. Und das noch in ihnen eigentlich völlig fremden Sprachen. Einfach munter drauf los, zur Not mit Händen und Füßen. Wobei sie dabei natürlich keinen Unsinn von sich geben wie der Priester, sondern begeistert von Gott und seiner Guten Botschaft reden. 
  
Sie sind nicht nur betrunken vom Heiligen Geist, sie sind komplett abgefüllt mit ihm. In jeder Faser ihres Körpers ist dieser Geist zu spüren. Das enthemmt sie völlig, befreit sie von Versagensängsten und Minderwertigkeitskomplexen. Es beflügelt sie dazu, über sich hinaus zu wachsen und Unglaubliches zu leisten. 
 
Wir sehen also im Predigttext, wie der Heilige Geist wirken kann. Er befähigt uns auf einmal, Dinge zu tun, die wir vorher nie für möglich gehalten hätten. Dass wir, auch ohne sturzbetrunken zu sein, offen, direkt und frei heraus von unserem Glauben, unserem Christ-Sein sprechen können. Vielleicht nicht vor einer großen Menschenmenge, aber im Freundeskreis, in der Nachbarschaft, unter Arbeitskollegen, in der Familie. Die Pfingstbotschaft gibt einen gehörigen Kater, auch ohne Alkohol, und soll uns dazu ermutigen, unseren Glauben nicht zu verstecken, sondern anderen davon zu erzählen und diesen Kater weiterzugeben, ohne beißen und kratzen, sondern mit viel Streicheleinheiten und Liebe zum Nächsten.

 


Fürbitten
Guter Gott,
  
wir haben deinen Geist bitter nötig. Es wird so viel Kleingeistiges und Geistloses geredet und getan, leere Worte gemacht. Erfülle uns jeden Tag neu mit deinem Geist, damit wir von ihm ganz durchdrungen sind. Dein Geist haucht uns Leben ein, ist die Kraft, die uns bewegt und begeistert, die uns Mut und Hoffnung schenkt, die unser Leben nachhaltig verändern kann. Für unseren Glauben einzustehen, dafür zu kämpfen, wovon wir überzeugt sind, fällt uns nicht immer leicht, vor allem, wenn wir Gegenwind bekommen. 
Erfülle uns in diesen Situationen dann mit deinem Geist, der uns die richtigen Worte in den Mund legt und den Mut dazu gibt, diese auch auszusprechen, egal, was die anderen sagen werden. Schick uns dann deine Weisheit, deinen Rat, deine Klugheit, deine Stärke und deine Erkenntnis. Gemeinsam beten wir, wie dein Sohn Jesus Christus es uns zu beten gelehrt hat: Vater unser im Himmel…
  

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
  

Kerze kann nun ausgepustet werden
  

Kurze Info aus dem Pfarramt:
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet. 
Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen! 
  
Im Juni findet kein Gottesdienst statt, die Auflagen in den Kirchen sind für uns aktuell nicht umsetzbar. Am 5. Juli werden wir um 10 Uhr einen Gottesdienst im Grünen feiern, gemeinsam mit dem Posaunenchor und unserer Vikarin Maren Wolf, die ab Juni Teil der Pfarrei sein wird.
   

Pfarrerin Tamm hat Urlaub vom 8.-20. Juni. Die Vertretung hat Pfarrerin Ulla Steinmann: 0151/52501345
  

Pfrin Tamm hat für jeden Tag der Woche 3minütige Liedandachten gesungen und gesprochen, zu finden auf der Homepage: www.pfarrei-am-potzberg.de unter „Made my day“.
  

Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu, unter einer NEUEN NUMMER: 06359-95 352 92.
  

Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.



 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Christi Himmelfahrt  -   Dauer 4:55)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

 

Gottesdienst am 21.05.2020 zu Himmelfahrt


Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
 

Liebe Leserin, lieber Leser,
 
heute treffen wir uns in Gedanken oben auf dem Potzberg, zusammen mit vielen anderen, u.a. dem Posaunenchor. Das ist immer einer der schönsten Gottesdienste im Jahr, hoffentlich 2021 wieder wie gewohnt.
 

Wir beten: Gott, ich bin hier/ wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Schenke uns heute ein Stück vom Himmel, das uns begleiten soll. Deine Liebe halte uns fest, wenn wir stolpern. Deine Treue mache uns Mut, wenn wir verzweifeln. Dein Atem belebe uns, wenn wir traurig sind. Amen.
 

Predigt: Lukas 24, 50-53: 
Jesus führte die Jünger hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer 
Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.
 
 

Liebe Leserin, lieber Leser,
 
eine Szene aus dem Tempel in Jerusalem: „Na, Petrus, was hast du heute so erlebt? Du bist ja gut drauf“, „Ja, mein Heiland und Messias ist vorhin in den Himmel aufgefahren.“ „Ach so, na dann, guten Tag dir noch.“ „Jo, danke, dir auch.“
So leidenschaftslos finde ich, schreibt Lukas über Christi Himmelfahrt. Was ist das denn dann bitte für ein Abschied gewesen? Wie geht der Evangelist und die Jünger mit der Himmelfahrt um? Ganz sachlich und nüchtern. Als wäre es was Alltägliches, hätten sie das schon öfter erlebt. Mir stellen sich dabei aber eine ganze Reihe an Fragen: Wie fährt Jesus auf gen Himmel? Mit Pauken und Trompeten? Steigt er ganz langsam oder rasend schnell empor? Winkt er den Jüngern zum Abschied? Hört man die Engel singen? Sieht man sie vielleicht sogar? Hat sich der Himmel weit geöffnet? Steht Gott da zu seinem Empfang, glücklich, den Sohn wieder bei sich zu haben? Feiern die beiden jetzt gemeinsam Vatertag? Wie genau sieht die Himmelfahrt aus? Warum, zum Kuckuck, schreibt Lukas das nicht? So was passiert schließlich nicht alle Tage. 
 
 
Ich kann mir als Leserin die Situation vor Ort gar nicht wirklich vorstellen, weil Lukas es eben nicht erzählt. Dabei ist das doch etwas Überirdisches, Unglaubliches. Heute würde es eine Sondersendung nach der anderen darüber geben, Massen an Reportern und Kamerateams würden an diesen Ort gehen, Spuren suchen und wahrscheinlich sogar dann finden, wenn es eigentlich gar keine gibt. Mit Augenzeugen reden, Experten befragen, halt das ganze Programm abziehen.
 
 
Ich hab mich gefragt, warum die Jünger das alles so gelassen sehen, so ruhig und besonnen damit umgehen und einfach „mit großer Freude“ nach Jerusalem zurückkehren. Und ich glaube, ich ahne, warum: „Jesus hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel“. Jesus ist also nicht einfach so gegangen, sondern segnend. Durch, im und beim Segnen ist er in den Himmel aufgefahren. Seinen Segen hat er da gelassen.
Von der Wortbedeutung her meint Segen so viel wie: Gutes sagen, Gutes von jemandem sprechen. Mit seinem Segen macht Jesus den Jüngern also nochmal Mut, bestärkt sie, tröstet sie und ich glaube, das macht sie so gelassen und ausgeglichen. Denn: Jesus hat ihnen damit aufbauende Worte hinterlassen, liebe Wünsche. 
Was genau er gesagt hat, wissen wir nicht, aber es scheint die Jünger so mit Freude erfüllt zu haben, dass sie gelöst und fröhlich waren und ohne Trauer über Jesu Abschied.
 
 
Wie oft sagen wir uns Gutes in unserem Alltag? Ein nettes Wort an den Ehepartner, die Kinder, die Freunde oder die Nachbarn? Ist es nicht so, dass wir eher Tadel als Lob aussprechen? Kritik statt Anerkennung? Zum Geburtstag oder an Jubiläen hören wir viele gute Wünsche, aber unterm Jahr? Darum gibt es zu diesem Briefkastengottesdienst auch eine Postkarte mit Segenswünschen dazu. Du kannst sie gerne behalten, aber vielleicht möchtest du sie auch jemandem schenken, der ein liebes Wort und ein bisschen Aufmerksamkeit gut gebrauchen kann.
 
 
Wir sehen ja am Beispiel der Jünger, dass ihnen dieser Segen von Jesus durch die schwere Zeit geholfen hat- einerseits waren sie nun allein, ohne ihn, aber andererseits wussten sie sich getragen und getröstet durch seine Worte. Jesus hat ihnen Wege und Möglichkeiten gezeigt, jetzt müssen sie selbst ran. Er war die Inspiration, hat den Segen gebracht, aber dieser muss sich nun ausbreiten und zwar durch andere Menschen, die davon beflügelt sind. Menschen wie die Jünger, wie du und ich. Jesus hat an Christi Himmelfahrt diese Welt verlassen, aber uns etwas Entscheidendes dagelassen: seinen Segen, seine Frohe Botschaft, die in unserem Leben Wurzeln schlagen und Früchte bringen kann, besonders dann, wenn wir gute Worte weitergeben und andere damit froh und glücklich machen, ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern und sie spüren lassen, dass wir in Gedanken bei ihnen sind.
 

Fürbitten
Gott, zu jeder Stunde brauchen wir deinen Segen, dein gutes Wort, das uns in den guten und den schlechten Tagen begleitet. Lass uns deine Begleitung immer spüren, deinen Himmel auf Erden jetzt schon erleben. Lass auch uns zum Segen für andere werden und schenk uns die rechten Worte zur richtigen Zeit, lass uns aufmerksam sein für die Sorgen und Nöte unserer Mitmenschen, damit wir ihnen zur Seite stehen können und schick auch uns segensreiche Hände und Worte, wenn wir sie brauchen. 
Erhöre uns, wenn wir jetzt beten, wie dein Sohn Jesus Christus es uns zu beten gelehrt hat: Vater unser im Himmel…(Irischer)
 
  
Segen: Ich wünsche dir:

Dass jede Gabe, die Gott dir schenkt, mit dir wachse, und dir dazu diene, denen Freude zu schenken, die dich mögen. 
 
Dass du immer einen Freund hast, der es wert ist, so zu heißen, dem du vertrauen kannst, der dir hilft, wenn du traurig bist, der mit dir gemeinsam den Stürmen des Alltags trotzt. 
 
Wenn du strauchelst, weil dir die Arbeit oder dein Kummer zu schwer wird, möge die Erde tanzen, um dir das Gleichgewicht wiederzugeben.
 
Und noch etwas wünsche ich dir: 
Dass du in jeder Stunde der Freude und des Schmerzes die Nähe Gottes spürst - das ist mein Wunsch für dich, und für alle, die dich mögen. Das ist mein Wunsch für dich - heute und alle Tage.
 

Kerze kann nun ausgepustet werden
  
 

Kurze Info aus dem Pfarramt:
 
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet. 
Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen! 
Im Mai und Juni finden noch keine Gottesdienste statt! 
 
 
Am 5. Juli werden wir einen Gottesdienst im Grünen feiern, die Auflagen in den Kirchen sind für uns aktuell nicht umsetzbar. Nähere Infos folgen. 
 
 
Pfrin Tamm hat für jeden Tag der Woche 3minütige Liedandachten gesungen und gesprochen, zu finden auf der Homepage: www.pfarrei-am-potzberg.de unter „Made my day“.
   

Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu, unter einer NEUEN NUMMER: 06359-95 352 92. 
   

Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.
  
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!



 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Rogate  -   Dauer 5:22)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

Gottesdienst am 17.05.2020 zum Sonntag Rogate

  
Dieser Gottesdienst mit und von Pfarrerin Tamm wurde von „kusel.tv“ aufgezeichnet und ist als Video zu finden auf der Homepage www.kusel.tv, www.pfarrei-am-potzberg.de und auf Facebook.
  

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
  
„Rogate“ heißt: „Betet“ und um ein besonderes Gebet geht es heute im Predigttext, nämlich ums Vaterunser.
  

Wir beten: Gott, ich bin hier/ wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Wir können dir alles sagen, was uns auf dem Herzen liegt, du hörst uns zu. Es tut gut zu wissen, dass du Tag und Nacht da bist, immer ein offenes Ohr für uns hast. Dafür danken wir. Amen
  

Predigt über Mt 6, 5-13 (hier gekürzt):
„Christus spricht: „So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
 
ich mag schöne Geschichten zum Nachdenken wie diese hier: 
„Einmal führte Gott mich hinaus auf eine Kerwe. Dort zeigte er mir einen kleinen Jungen, der mit leuchtenden Augen voller Erwartung vor dem Luftballonverkäufer stand. Gott sagte mir: „Wenn du beten willst, dann sollst du das so machen: mit der ganzen Hoffnung dieses Kindes, mit seinem Staunen im Gesicht! Deine Gebete sollen sein wie die vielen bunten Ballons. Fülle die leere Hülle mit deinen Sorgen und mach den Knoten fest zu. Sieh dann die Schnur an seinem Knoten: Sie ist das Zeichen für die Verbindung deiner Gebete zwischen Himmel und Erde! An ihr Ende kannst du eine Postkarte hängen mit Raum für deine persönlichen Worte. Und dann: lass los. Sieh dir an, wie der Ballon in den Himmel steigt. Alles wird leichter. Lass mir, deinem himmlischen Vater, die Freiheit des Windes, deinen Ballon, deine Gebete fliegen zu lassen, wohin ich will, wie ich es für richtig halte. Aber bei einem kannst du dir sicher sein: Deine Gebete kommen bei mir an, der Ballon wird nicht ungesehen platzen.“
  

Ich mag diesen Vergleich sehr- ein Gebet wie ein Luftballon. Oft ist doch um uns herum und in uns ganz viel dicke Luft, z.B. wenn wir uns mit unseren Kindern, Partnern, Eltern streiten. Diese Luft muss irgendwo hin, denn wenn sie sich in uns immer weiter anstaut, tut uns das nicht gut. Gott bietet uns mit dem Gebet ein Ventil an, damit können wir Dampf ablassen. Wir können mit der ganzen dicken Luft, die sich in uns angesammelt hat, den Luftballon füllen. Dann müssen wir ihn ganz schnell zumachen, damit ja auch alles drin bleibt.
  

An dem Ballon hängt eine Schnur. Sie steht für die Verbindung zwischen Himmel und Erde, ist quasi unsere direkte Verknüpfung zu Gott selbst. Jeder von uns hat seine eigene, ganz persönliche Leitung zu Gott. Bei dem einen ist sie ein dickes und robustes Seil, das keiner mal einfach so durchtrennen könnte. Dieser Mensch hat eine ganz enge Bindung zu Gott, einen tiefen festen Glauben. Bei einem anderen ist die Schnur hauchdünn und zerbrechlich, hält scheinbar nicht mehr viel aus, bevor sie reißt. Dieser Mensch zweifelt, ist sich unsicher, hat so seine Kämpfe mit seinem Glauben. Für uns sieht das so aus, als hätte Gott mit dem gläubigen Christen eine bessere Verbindung als mit dem, dessen Glaube zerrüttet ist. Aber so ist das nicht. 
Gott hat uns in der Taufe versprochen, dass er immer in Kontakt mit uns bleiben wird, egal, wo wir in unserem Leben stehen, ob wir uns ihm zuwenden oder gerade vom Weg abgekommen sind. Er lässt es nicht zu, dass die Schnur reißen wird, dass keine Verbindung mehr besteht. Gott bleibt in der Leitung, auch wenn wir aufgelegt haben. Er wartet dann geduldig darauf, dass wir den Faden wiederfinden, der uns mit ihm immer verbunden hat, auch da, wo wir es nicht gesehen haben. 
 
An dieses Seil können wir eine Postkarte hängen, auf der Platz für alles ist, was uns wichtig ist. Ein Wunsch, ein Dank, aber auch Kritik und Zweifel. Gott kennt unser Herz, er weiß, was unsere Hoffnungen und Träume, unsere Ängste sind. Darum bräuchten wir auf die Karte also eigentlich gar nichts schreiben- aber es tut uns einfach gut, das loszuwerden, unsere Gefühle in konkrete Worte zu fassen. 
  
 
Aber es gibt Situationen, in denen uns das Beten schwer fällt, uns die Worte fehlen. Z.B. wenn Eltern ihr Kind durch einen schrecklichen Unfall genommen wird, eine Freundin im Sterben liegt, eine schlimme Diagnose alle Hoffnungen und Träume zerstört. Dann wissen wir oft nicht, was wir sagen sollen. In diesen Situationen bin ich so dankbar, dass Jesus uns ein wunderbares Gebet beigebracht hat: Das Vaterunser. 
 
  
Er macht hier klar, dass Gottes Wille geschieht, den wir nicht immer nachvollziehen können, wir aber hoffen dürfen auf Gottes väterliche Gnade, auf seine mütterliche Liebe, dass er uns zumindest nicht allein lässt. Jesus hat uns versprochen, dass Gott uns immer zuhören wird, dass die Leitung zu ihm jederzeit steht. Wir können also alles auf die Karte am Luftballon schreiben. Und dann? Gott sagt: „Lass los, gib den Ballon frei, lass ihn ziehen. Gib deinem Gebet Zeit zu fliegen, mit der ganzen Hoffnung und der Erwartungshaltung eines kleinen Kindes!“ 
 
Manchmal haben wir das Gefühl, Gott hätte den Ballon nicht bekommen, die Karte nicht gelesen, aber so ist das nicht. Er bekommt jeden Tag unzählige Luftballons geschickt, Milliarden an Gebeten, aber er vergisst keins davon, jeder noch so winzige Ballon, jedes noch so kurze Gebet ist ihm wichtig. Er hört uns, er hört zu, dir und mir und er ist gespannt, was so alles auf 
unserer Karte steht.
 

Fürbitten
Unser himmlischer Vater, wir dürfen zu dir sprechen, 
uns an dich wenden mit all der dicken Luft, die um uns und in uns ist, mit allem Kummer, du sagst: Rogate! Betet! Ich höre zu. Lass uns dieses Angebot nicht vergessen und schenke uns damit neue Kraft und neue Energie, denn es tut gut zu wissen, dass wir unsere Last mit dir teilen können. Gib uns die nötige Geduld und Ausdauer, zu warten, bis wir eine Antwort bekommen. Du weißt, dass uns das besonders schwer fällt und wir uns allein gelassen fühlen, wenn erstmal keine Reaktion kommt. Sei bei allen Kranken und Verzweifelten, bei den Erschöpften und Kraftlosen, die das Warten besonders belastet. Lass Zeichen der Liebe und der Hoffnung sichtbar werden, selbst dort, wo es hoffnungslos zu sein scheint. Amen. 
  
Höre uns, wenn wir beten, wie Jesus es uns gelehrt hat: Vater unser…
  

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
  

Kerze kann nun ausgepustet werden


Kurze Info aus dem Pfarramt:
 
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet. 
Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen! 
Am 5. Juli werden wir einen Gottesdienst im Grünen feiern, die Auflagen in den Kirchen sind für uns aktuell nicht umsetzbar. Nähere Infos folgen. 
  
Pfrin Tamm hat 3minütige Liedandachten gemacht, zu finden auf der Homepage: www.pfarrei-am-potzberg.de unter „Made my day“. 
  
Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu, unter einer NEUEN NUMMER: 06359-95 352 92.
  
Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919. 
 
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!



 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Kantate  -   Dauer 4:33)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

Gottesdienst am 10.05.2020 zum Sonntag Kantate

  
Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
  
das ist einer meiner Lieblingssonntage:
  
„Kantate“, „Singt“. Ein Gottesdienst, in dem wir viel gesungen und geschunkelt hätten. Heute muss jede/r für sich singen und die Worte aus Ps 98 alleine sprechen: „Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. Jauchzet dem HERRN, alle Welt, singet, rühmet und lobet! Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel! Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König! Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen seien fröhlich vor dem HERRN“.
 

Wir beten: Gott, ich bin hier/ wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Schenke mir ein fröhliches Lied auf meinen Lippen und eine leichte Melodie im Ohr. Amen.
  

Predigt: Lied: Geh aus, mein Herz, und suche Freud (EG 503)
1) Geh aus, mein Herz, und suche Freud/ in dieser lieben Sommerzeit/ an deines Gottes Gaben;/ schau an der schönen Gärten Zier/ und siehe, wie sie mir und dir/ sich ausgeschmücket haben.
  

2) Die Bäume stehen voller Laub,/ das Erdreich decket seinen Staub/ mit einem grünen Kleide;/ Narzissus und die Tulipan,/ die ziehen sich viel schöner an/ als Salomonis Seide.
  

8) Ich selber kann und mag nicht ruhn,/ des großen Gottes großes Tun/ erweckt mir alle Sinnen;/ ich singe mit, wenn alles singt,/ und lasse, was dem Höchsten klingt,/ aus meinem Herzen rinnen.
  


Liebe Leserin, lieber Leser,
 
zu „Kantate“ gehört für mich einfach eine Predigt über ein Lied und heute muss es eins sein mit einer bekannten Melodie, damit du mitsummen und mitsingen kannst. Paul Gerhardt (1607-1676) hat 1653 diesen wunderschönen frühlingshaft- sommergleichen Liedtext geschrieben- es ist übrigens das längste Lied im Gesangbuch mit 15 Strophen. Paul Gerhardt war Pfarrer, er hatte ein bewegtes und schweres Leben. Er hat den 30jährigen Krieg hautnah mitbekommen und viel Leid, Not und Elend gesehen. Aber auch privat hatte er es nicht leicht, so sind etwa von seinen 5 Kindern 3 in schon sehr jungen Jahren gestorben, nach nur 13 Ehejahren auch seine Frau, und er hat sehr darunter gelitten.
  
Doch das hört man diesem Lied nicht an: Geh aus, mein Herz, und suche Freud. Schau genau hin, nimm wahr, was dich an Schönem umgibt, was Gott alles geschaffen hat, wie perfekt da eins ins andere passt. Viele von uns hatten dieses Jahr wesentlich mehr Zeit und Muße für den Garten, haben liebevoll passende Blumen und Sträucher ausgesucht, Insektenhotels gebaut und darauf geachtet, dass auch die Bienen genug Nahrung finden.
 
Balkone, Terrassen und Gärten sind herausgeputzt und hübsch gemacht, wir können uns an der Schönheit der Natur erfreuen. Endlich hat es auch wieder ein bisschen geregnet, das hat allen Pflanzen gut getan. Trotzdem war der April viel zu trocken, die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher spürbar. Wegen Corona tritt dieses Thema gerade in den Hintergrund, aber es ist eine bleibende und wichtige Aufgabe, den Planeten vor weiteren Schäden zu bewahren und zu schützen, damit noch viele Generationen nach uns hier gut leben können.
 

Eine kleine Aufgabe für alle, die möchten: Das frische Laub, das saftige Grün des Rasens, die vielen bunten Blumen. Hast du dir schon mal die ganze Farbenvielfalt angeschaut? Nimm dir heute oder nächste Woche die Zeit, in deinem Garten oder bei einem Spaziergang mindestens 10 verschiedene Grüntöne zu sammeln. Helle, dunkle, matte, glänzende. Das können Blätter sein, Gras, alles mögliche. Du wirst staunen, wie schnell du 10 unterschiedliche Grüntöne finden wirst, denn es gibt unzählige Nuancen davon. Wer will, darf von seiner Sammlung gerne ein Foto machen und mir schicken, ich würde mich freuen. Grün deshalb, weil es die Farbe der Hoffnung und des Lebens ist.

Die Natur ist so wunderschön, so herrlich und gelungen, wir nehmen sie leider nur zu oft als gegeben und selbstverständlich hin, dabei müssten wir vor Staunen immer wieder ehrfürchtig werden. Paul Gerhardt lädt uns ein, genau hinzuschauen, unsere Ohren weit aufzumachen, zu tasten und zu erfühlen, zu riechen, all die vielen herrlichen Düfte und zu schmecken, wie gut es Gott mit uns meint. Trotz allem Traurigen und Schwierigen um uns herum.
 
Gerhardt will, dass wir die Schöpfung mit all unseren Sinnen wahrnehmen, in uns aufnehmen und sagt, dass er angesichts dieser großen Werke um ihn eigentlich nur singen und fröhlich sein kann. Was jemandem wie ihm eben sicher nicht leichtgefallen ist, bei dem Leid und Elend, das er alles erfahren und erlebt hat. Umso bewundernswerter ist seine Einstellung zum Leben, die wir uns zum Vorbild nehmen können. Auf das Kleine zu achten, sich zu erfreuen an Blumen und Pflanzen und den vielen Tieren und Insekten um uns herum, den unzähligen Grüntönen voller Hoffnung und Kraft.
 
Jauchzet dem Herrn, alle Welt, singet, rühmet und lobet!


Fürbitten:
Gott, du hast jedem von uns seine eigene Lebensmelodie geschenkt, sein ganz individuelles Lied. Du bist der Komponist unseres Lebens, der Natur, der ganzen Schöpfung.
 
Lehre uns, unser Leben zu singen als Loblied für dich, dass wir deine Melodie nicht überhören und sie nicht vergessen, dass sie wie ein Ohrwurm in uns klingt und uns jeden Tag ermuntert zu guten Taten und einem vor dir gerechten Leben.
Hilf uns immer wieder neu, deine Noten und deine Handschrift zu erkennen, in all dem Schönen und Blühenden und Lebendigen um uns herum, auch wenn unser Leben aus dem Takt gerät und wir die Dissonanzen und Missklänge aushalten müssen.
Lass neue Klänge und Melodien die Herzen der Menschen umstimmen. Schicke unverhoffte Harmonien allen, die im Misston der Angst und ihrer Sorgen gefangen sind und lass auch sie das Lied deiner Liebe mitsingen.
Nimm unser Lied an und höre uns, wenn wir jetzt beten, wie dein Sohn Jesus Christus es uns zu beten gelehrt hat:
  
Vater unser im Himmel…

  
  
Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
 

Kerze kann nun ausgepustet werden
 

Kurze Info aus dem Pfarramt:
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet.
Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen!
  
  
Im Mai finden noch keine Gottesdienste statt! Wie es im Juni weitergeht, ist noch lange nicht absehbar, die Auflagen sind massiv und nur sehr schwer umzusetzen. Mehr Infos dazu in einem kleinen Gemeindebrief, der etwa Mitte/Ende Mai erscheinen wird.
 

Pfrin Tamm hat für jeden Tag der Woche 3minütige Liedandachten gesungen und gesprochen, zu finden auf der Homepage:
www.pfarrei-am-potzberg.de unter „Made my day“.
  

Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu, unter einer NEUEN NUMMER: 06359-95 352 92.
 

Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.
  
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!



 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Jubilate  -   Dauer 4:33)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

Gottesdienst am 03.05.2020 zum Sonntag Jubilate

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
 


Liebe Leserin, lieber Leser,
 

heute ist der Sonntag „Jubilate“, „Jauchzet“.
Der Name kommt aus Ps 66, dort heißt es: „Halleluja! Jauchzet Gott, alle Lande, Halleluja! Lobsinget zur Ehre seines Namens! Halleluja!“

Wir beten: Gott, ich bin hier/ wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Letzte Woche haben wir Bohnen und Nudeln gezählt und wissen, dass es jeden Tag etwas gibt, über das wir uns freuen können. Dafür danken wir dir und bitten dich auch weiterhin für viele kleine Freuden! Amen.

Predigt über Joh 15, 1-8: (hier gekürzt) Jesus sagt:
„Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater der Winzer. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“

Liebe Leserin, lieber Leser,

zu dem heutigen Predigttext hat Julie Hausmann (1826-1901) ein Gedicht geschrieben. Vielen ist sie bekannt durch ein besonderes Lied im Gesangbuch: „So nimm denn meine Hände“, in dem sie wunderbare Worte dafür gefunden hat, wie Gott uns im Leben begleitet. Auch in ihrem Gedicht zum Weinstock hat sie sehr schöne Worte gefunden:

Geh' ich des Weinstocks Blätter und Ranken
Ringsum in Gärten, in Tälern und Höh'n,
Wie sie im Winde grüßen und schwanken,
Hab' ich so meine eig'nen Gedanken,
Glaub' ernste Fragen daraus zu versteh'n:

„Bist du auch eine der grünenden Reben,
Die an dem Weinstock nicht bloß zum Schein
Lose von außen nur haften und kleben?
Ziehst du aus Ihm allein Kräfte und Leben?
Bist du im Geist und Wahrheit auch Sein?

Läßt du von unnützen, schädlichen Trieben
Willig und demütig stets dich befrein?
Bist du im Schmerz auch am Weinstock geblieben,
Brachtest du Früchte im Leiden und Lieben,
Deren sich Gott und die Menschen erfreun?

Bist du, seit deiner Erweckung zum Leben,
Täglich gewachsen an Leben und Kraft?
Ist dir geschehn, was verheißen den Reben,
Daß, was du batest, dir wurde gegeben,
Daß auf dem Flehn Er auch Wunder noch schafft?

Ach, diese weinlaub-gekröneten Höhen —
Greift ihre Sprache ins Herz nicht hinein?
Was ist an mir wohl von Leben zu sehen? —
Herr, mein Erbarmer, wie soll ich bestehen?
Pflanz' in Dein Leben aufs Neue mich ein!

 

Bist du eine der grünenden Reben? Oder ist das bei dir mehr Schein als Sein? Momentan reden wir ja oft davon, wie wichtig es ist, als Gemeinschaft zusammen zu stehen, Rücksicht aufeinander zu nehmen, solidarisch zu sein. Im christlichen Sprachgebrauch könnte man das schlicht „Nächstenliebe“ nennen. Die brauchen wir aber nicht nur jetzt, sondern zu allen Zeiten.
 

Einer allein kann die Welt nicht retten, kann nichts ausrichten. Es kommt darauf an, dass wir es gemeinsam versuchen. Gerade von Politikern kennen wir das, dass sie oft leere Worte machen, Worthülsen und Sprichworte gebrauchen und letztlich nichts und null dahinter steckt. Es hat keine Substanz, wenn man da mal nachfragt und in die Tiefe geht. Nach außen hin ist so jemand eine grünende Rebe, tut etwas zum Wohl des ganzen Weinstocks, aber, wenn man genauer hinschaut, ist das bloß Fassade. Er „haftet nur lose von außen“, ist nicht wirklich verbunden und ist damit letztlich für eine kurze Zeit schmückendes Beiwerk, das aber bei der Ernte verworfen wird.
 

Jesus fordert uns in dem Predigttext dazu auf, uns ganz aktiv einzubringen, eben Früchte zu tragen und zwar solche „derer sich Gott und die Menschen erfreun“.
Jede und jeder kann das auf seine eigene Art und Weise tun. Jeder Verein, jede Kirchengemeinde, überall werden Freiwillige gesucht, die sich engagieren wollen und zum Wohl aller einbringen, die ein bisschen Lebenszeit opfern, um anderen eine Freude zu machen, um eben für die Gesellschaft etwas zu tun.
 

Eine einzelne Traube macht dabei aber noch lange keinen Wein. Wenn also immer weniger Menschen bereit sich, sich ehrenamtlich zu betätigen, kann daraus nicht viel Saft gewonnen werden, reicht es nicht für auch nur eine einzige Flasche Wein. Jede Traube, jede und jeder von uns kann etwas tun, egal wie jung oder alt man ist. Manchmal reicht es da schon, sich eindeutig gegen die „unnützen, schädlichen Triebe“ der Stammtischparolen zu äußern, die den Wein sauer machen würden, wenn z.B. mal wieder über DIE Ausländer geschimpft wird. Es geht Jesus um Toleranz, Respekt, Verständnis und Besonnenheit, nur daraus kann ein vollmundiger Wein mit Tiefgang werden.
 

Es kommt auf jeden einzelnen von uns an, wie der Jahrgang 2020 sich entwickelt und wir dürfen auf Gott hoffen, der als Winzer stets seinen Weinberg und somit uns alle im Blick hat.

 
Fürbitten:

In dir bleiben wollen wir bleiben, Jesus, die Kraft von dir bekommen und aus deiner Wurzel Stärke empfangen. Alleine kommen wir nicht weit, nur gemeinsam sind wir stark und können diese Welt verändern und so gestalten, wie du es möchtest: mit Nächstenliebe und Respekt, mit Mitleiden und in Achtsamkeit. Wir möchten reiche Frucht bringen, aber ohne dich können wir nichts tun. Gib du von deiner Kraft allen, die müde und erschöpft sind, die nachts vor Sorge nicht schlafen können, die einsam sind und sich nach Gesellschaft sehnen. Gib ihnen Mut und Hoffnung zurück. Denn wir alle sind wichtige Reben, jede einzelne Traube zählt vor dir und liegt dir am Herzen. Lass uns das spüren und berühre unsere Herzen. Bleib bei uns, denn ohne dich können wir nichts tun. Du bist der Weinstock, wir deine Reben. Amen.
 
 

Und gemeinsam beten wir weiter mit den Worten des Vaterunser:
Vater unser im Himmel

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.

Kerze kann nun ausgepustet werden


Kurze Info aus dem Pfarramt:
 

Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet.
 

Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen!

Alle PfarrerInnen des Dekanats Kusel haben sich einstimmig dagegen entschieden, im Mai wieder Gottesdienst in den Kirchen zu feiern. Die Auflagen sind derart streng und mit so hohem Aufwand verbunden, dass es mit „Feiern“ nichts zu tun hat (z.B. kein Gesang, Abstand von mind. 2m untereinander, Kirche desinfizieren,…). Wie es im Juni weitergeht, ist noch lange nicht absehbar.
 


Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu: 06322-988 35 01.
Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.   
              

Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!

 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Miserikordias  -   Dauer 5:00)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

Gottesdienst am 26.4.2020 zum Sonntag Miserikordias Domini
 
 
Wer möchte, kann eine Kerze anzünden


 
Liebe Leserin, lieber Leser,
heute ist der Sonntag „Miserikordias Domini“,
der „Barmherzigkeit Gottes“, auch „Hirtensonntag“ genannt, weil die Bibeltexte sich rund um diese Thematik drehen. Gott als guter Hirte, der sich um jedes Schäfchen sorgt, die weißen UND die schwarzen.

 
Wir beten: Gott, ich bin hier/ wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Oft genug kommen wir vom rechten Weg ab, verirren und verlaufen wir uns, verrennen uns in Pessimismus und Klagen und Jammern. Doch du gibst uns nicht auf, suchst uns und willst uns ständig neue Lebensfreude schenken.
Amen.

 
Predigt über 1 Petr 2, 12b-25: (hier gekürzt, moderne Übersetzung)
„Jesus hat für euch gelitten und war ein Vorbild, damit ihr seinen Spuren folgt. Er hat kein Unrecht getan; nie ist ein unwahres Wort aus seinem Mund gekommen. Wenn er beleidigt wurde, gab er es nicht zurück. Wenn er leiden musste, drohte er nicht mit Vergeltung, sondern überließ es Gott, ihm zum Recht zu verhelfen. Unsere Sünden hat er ans Kreuz hinaufgetragen. Damit sind wir für die Sünden tot und können nun für das Gute leben. Ihr wart wie Schafe, die sich verlaufen haben; jetzt aber seid ihr auf den rechten Weg zurückgekehrt und folgt dem Hirten, der euch leitet und schützt.“

 
Liebe Leserin, lieber Leser,
 

wir sollen uns Jesus zum Vorbild nehmen und in seinen Fußspuren wandeln. Puh, sind die aber nicht viel zu groß für uns? Jesus war gerecht und gütig, liebevoll und großzügig, kannte kein böses Wort, war verständnisvoll und wohl der netteste und beste Mensch, der je hier auf Erden gewandelt ist. Ganz klar: ein Vorbild ist er für uns auf jeden Fall. Aber versuchen in seine Fußstapfen zu treten? Das ist eine richtig gewaltige Herausforderung. Aber gut, versuchen wir es.
 

Vielleicht fangen wir mal ganz klein an. Jesus hat nicht gelogen, niemanden beleidigt, sich an niemandem gerächt, sagt der Predigttext. Das konnte er, weil er eine absolut positive Grundeinstellung zum Leben hatte. Für ihn war das Glas immer halbvoll, er hat sich an Kleinigkeiten gefreut, alles positiv gesehen. Das ist etwas, was vielen von uns eher schwer fällt. Hier kann eine Geschichte helfen, die uns dazu einlädt, das genauso auszuprobieren wie diese alte Dame:

Es war einmal eine sehr alte und weise Frau. Sie hatte ein hartes Leben. Jeden Morgen, bevor sie ihr Tagwerk begann, legte sie sich eine Kittelschürze um und steckte sich eine Handvoll Bohnen in die rechte Tasche ihrer Schürze.
Wann immer ihr im Laufe des Tages etwas Schönes begegnete – das Lächeln eines Kindes, der Gesang eines Vogels, die fröhliche Farbe einer Blume, ein Mitmensch, der ihr eine Freundlichkeit erwies, der Duft einer schönen Tasse Kaffee, ein Sonnenstrahl, der ihr Gesicht traf oder ein schattiger Platz in der Mittagshitze – kurz gesagt, für alles, was ihr Herz und ihre Sinne erfreute, ließ sie eine Bohne von der rechten in die linke Schürzentasche wandern.
Am Abend, bevor sie sich schlafen legte, nahm sie die Bohnen aus der linken Tasche ihrer Kittelschürze. So betrachtete sie, was ihr an diesem Tage Schönes widerfahren war. Bei jeder einzelnen Bohne wusste sie noch ganz genau, was ihre Freude ausgelöst hatte.
Und wenn sich auch nur ein einziges Böhnchen in ihrer linken Schürzentasche fand, dann war es für sie ein Tag, an dem es sich gelohnt hatte, zu leben.

Zu oft bleiben wir in unseren Gedanken bei negativen Dingen hängen: mit wem haben wir uns heute gestritten, was hat mir keinen Spaß gemacht, mir die Laune verhagelt, mich frustriert und genervt? Welcher meiner Mitmenschen hat mich heute geärgert, mir Unrecht getan, mich auf die Palme gebracht? Was war falsch am Wetter, am Essen, am Fernsehprogramm? Das Glas ist bei dieser Sichtweise immer nur halbleer und zudem noch dreckig und voller fettiger Fingerabdrücke. So sieht doch kein erfülltes, glückliches Leben aus, oder?
 

Das ist auch nicht das, was Gott sich für uns und unser Leben wünscht, hierfür ist Jesus nicht am Kreuz gestorben. Unser Leben ist ein Geschenk, jeder Tag, jede Minute ist kostbar, denn wir wissen nie, wann unsere Zeit auf Erden zu Ende ist. Wir sollen „für das Gute leben“ und Jesus will uns, die wir uns verlaufen und verrannt haben in unwichtigen und unnötigen Dingen, die wir uns mit negativen und schlechten Gefühlen umgeben, „auf den rechten Weg“ zurückführen und der Hirte sein, der uns „leitet und schützt“.
Um auf diesen Weg zu kommen, der uns ein gutes Leben ermöglicht, ist es nötig, dass wir unsere Grundeinstellung ändern! Dabei hilft uns die Idee aus der Geschichte und ich lade euch ein, das mal auszuprobieren.
 

Sucht euch Bohnen, Nudeln, Steine, Nüsse,…, vielleicht anfangs mal nur 5-8 und steckt sie in die rechte Hosentasche. Immer dann, wenn ihr ein bisschen Glück verspürt, irgendetwas, das euch dankbar und fröhlich macht, wenn auch nur für einen kurzen Moment, wandert eine Bohne/Nudel/… in die linke Tasche. Nehmt euch dann am Abend ein bisschen Zeit und schaut nach, wieviele Glücksmomente es heute gab, was euch besonders gefreut hat. Ich bin sicher, je öfter ihr das macht, desto mehr Bohnen/Nudeln/…müsst ihr in eure rechte Tasche stecken, weil ihr immer aufmerksamer werdet für alles Schöne und Helle und Freundliche um euch herum.
Jesus hat in jedem und allem versucht, das Gute zu sehen, er war ein hoffnungsvoller Optimist. Darin kann er uns ein Vorbild sein, denn wenn wir ihm hierin nachfolgen, werden wir merken, dass unser Leben leichter wird. Unsere Probleme werden mit einer positiven Lebenseinstellung nicht unbedingt gelöst, aber sie belasten uns nicht mehr so sehr, wie wenn sich unser ganzes Denken und Fühlen nur um schwere und schwarze Gedanken dreht.
Folgen wir also dem guten Hirten und versuchen wir, ihn nachzuahmen und dem Glück in unserem Leben auf der Spur zu bleiben!

Fürbitten: Gott, unser Hirte, du hast uns versprochen, dass du immer für uns da bist, dir ist jedes kleine Schäfchen wichtig, die weißen und die schwarzen. Du gibst keinen von uns auf. Sei und bleibe du immer an unserer Seite, schütze uns vor Gefahren und allem Unheil, das uns droht. Lass uns, lass deine Herde nicht fallen, gib uns nicht auf, denn wir sind doch dein Werk, du hast uns unser Leben geschenkt.
 

Oft sind wir gefangen in unserer Sorge, können das Gute und Helle in unserem Leben nicht mehr erkennen, weil wir uns zu sehr verrannt und verirrt haben. Du kennst unsere Ängste. Steh uns bei und begleite uns, wenn wir deinen Schutz und Segen brauchen. Tröste alle, die um einen lieben Menschen trauern. Sei bei den Schwachen und Benachteiligten und gib ihnen eine Stimme. Greif du ein, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht. Hilf uns dabei, die Sonne zu sehen. Führe uns zum guten Leben und geh uns voran, damit wir deinem Vorbild folgen können. Amen.
Und gemeinsam beten wir weiter mit den Worten des Vaterunser:
Vater unser im Himmel…

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.

 
Kerze kann nun ausgepustet werden

 
 
Kurze Info aus dem Pfarramt:
 

Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet.
 

Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen!
 

Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu: 06322-988 35 01.
 

Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.
 
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!

 

 
 
 
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Potzbergbote Nr. 36 als PDF
 

 
 
 
 

     
 

 

Nachlese zum Konzert des Meisterchors


aus Fohren-Linden
 

  
Am 3.11. war der Meisterchor Fohren-Linden zu Besuch in der Barockkirche und
hat ein wunderbares Konzert gegeben. Der bunte Strauß an Liedern hat ein breites Repertoire abgedeckt:
 

von bekannten Volksliedern wie „Die Gedanken sind frei“ über Gospels (z.B. „Heaven is a wonderful place“) hin zu modernen Songs (z.B. Andreas Gabalier: „Amoi seg ma uns wieder) und auch afrikanische und irische Folks und Weisen sind erklungen.
 

Herzlichen Dank an dieses tolle Klangerlebnis und auch dem Freundeskreis für die Organisation und Bewirtung!
 
 
 
 

 

 

Nachlese zum Gottesdienst im Grünen


im Garten von Josef Martiné
 

 

 
Im Naturgarten von Josef Martine fand der Gottesdienst im Grünen statt.

 

 

 
Josef begrüßte die Besucher alle persönlich.

 

 
Musikalisch wurde der Gottesdienst von Luca Heymann (Saxophon), Janina Kuhn und Annette Bensel (Gitarre) umrahmt.

 


Fast 50 Besucher kamen trotz unbeständigem Wetter zu diesem besonderen Gottesdienst.

 


Kornelius Burgdörfer-Bensel berichtete über seine Arbeit und seine Motivation als Bio-Landwirt.

 

 
Die Lesung wurde durch das Presbyterium der Pfarrei gehalten.
 

 

  
Auch einsetzender Regen konnte die Besucher nicht schrecken.

 

 
Zum anschließenden Brunch wurde dann kurzerhand unter das Vordach umgezogen.

 

 
Dort konnte man noch die Köstlichkeiten des Buffets genießen.

 

 DANKE an alle Helferinnen und Helfer, die den Gottesdienst mitgestaltet haben und natürlich an Josef Martiné der seinen Naturgarten zur Verfügung gestellt hatte.
 

 

Impressum

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Impressum:  Angaben gemäß Telemediengesetz Pfarrei am Potzberg,   Pfarrerin Janina Tamm   Kirchbergstraße...

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Gottesdienste

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Achtung!  Frau Pfarrerin hat eine Fortbildung besucht und bringt neue Ideen in den Gottesdienst.  Die...

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Anreise

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  Die Historische Barockkirche Gimsbach liegt im Ortsteil Gimsbach der Ortsgemeinde Matzenbach. Matzenbach...

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