Samstag, 06 Juni 2020
  • Empore mit der historischen Göbelorgel
  • Achteckige Schrankenanlage mit Altar
  • Das Auge Gottes über dem Südportal
  • Inschrift über dem Eingangsportal
  • Kirchenansicht aus Nordwesten
  • Das "Ochsenauge"

 
 

 
 

Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Pfingsten  -   Dauer 4:47)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

 

Gottesdienst zu Pfingsten 2020
  
 

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
  
wir feiern an Pfingsten den Geburtstag der Kirche, denn an diesem Tag wurde den Jüngern der Heilige Geist geschenkt.

Wir beten: Gott, ich bin/wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Ohne deinen Heiligen Geist sind wir verloren, danke für dieses Geschenk. Amen.
  

Predigt: Apg 2, 1-21 (hier stark gekürzt): 
„Als der Pfingsttag gekommen war, waren die Jünger alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und die Jünger wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen. Darüber entsetzten sich die Menschen und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.“
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
  
Hand aufs Herz- hattest du schon mal einen Kater? Damit meine ich nicht 
ein niedliches kleines Fellknäuel zum Knuddeln, sondern mir geht es um die morgendlichen Spätfolgen von übermäßigem Alkoholkonsum. Von einem Erlebnis, das mit Sicherheit zu einem Kater geführt hat, berichtet dieser Witz:
 

Der neue Priester ist sehr aufgeregt vor seiner 1. Messe. Also fragte er seinen Bischof um Rat. Der sagte, dass er vor dem Gottesdienst immer zwei Tröpfchen Wodka in ein Glas Wasser gebe und ihm das helfe, nicht so aufgeregt zu sein. Der Priester nimmt sich diesen Rat zu Herzen. Alles läuft super, die Gemeinde klatscht Beifall und jubelt. Beschwingt kommt der Priester nach dem Gottesdienst in die Sakristei zurück, wo er einen Zettel seines Bischofs mit folgender Rückmeldung findet:
Geschätzter Bruder in Christo! Ich gebe Ihnen einige Ratschläge und bete zu Jesus Christus, dass sich diese Angelegenheiten in der nächsten Messe nicht wiederholen werden:
  
Es ist nicht nötig, Zitronen an den Kelchrand zu stecken. Es heißt in der Geschichte nicht der warmherzige Bernhardiner, sondern der barmherzige Samariter. Außerdem heißt es nicht: „Suche mich in der Unterführung“, sondern „Führe mich nicht in Versuchung“. Die Gebote sind deren 10 und die Anzahl der Apostel war 12 und nicht 7 (keiner der Apostel war ein Zwerg und keiner hatte ein rotes lustiges Käppchen auf). 
 
Das Weihwasser ist zum Segnen da und nicht um den Nacken zu erfrischen. Niemals sollten Sie beten, indem Sie sich auf die Stufen vor den Altar setzen und den Fuß auf die Bibel legen. Die Aufforderung zum Tanz ist nicht schlecht, aber in der Polonaise durchs Kirchenschiff: nein! Der Typ im Kirchenschiff ist übrigens Jesus, er hängt da auch nicht rum, sondern ist ans Kreuz genagelt. Jener in der ersten Reihe, welchen Sie als „Opi mit Röckchen“ bezeichnet haben, der „unglaublich lächerlich“ aussieht, war ich. Und am Schluss heißt es „Amen“ und nicht „Prost“. Das nächste Mal geben Sie bitte einige Tropfen Wodka ins Wasser und nicht umgekehrt. Herzlichst, Ihr Bischof
 

Oje, da hat der Priester wohl zu tief ins Glas geschaut. Genau das wird auch den Jüngern im Predigttext unterstellt. Sie sind an sich alles ungebildete Männer aus Galiläa, einfache Fischer und Handwerker, die gerade so lesen und schreiben können. Sie sind es nicht gewohnt, irgendwo in der Öffentlichkeit zu stehen und große Reden zu schwingen. Und jetzt fangen sie auf einmal an, frei und offen zu sprechen und von Jesus zu erzählen. Und das noch in ihnen eigentlich völlig fremden Sprachen. Einfach munter drauf los, zur Not mit Händen und Füßen. Wobei sie dabei natürlich keinen Unsinn von sich geben wie der Priester, sondern begeistert von Gott und seiner Guten Botschaft reden. 
  
Sie sind nicht nur betrunken vom Heiligen Geist, sie sind komplett abgefüllt mit ihm. In jeder Faser ihres Körpers ist dieser Geist zu spüren. Das enthemmt sie völlig, befreit sie von Versagensängsten und Minderwertigkeitskomplexen. Es beflügelt sie dazu, über sich hinaus zu wachsen und Unglaubliches zu leisten. 
 
Wir sehen also im Predigttext, wie der Heilige Geist wirken kann. Er befähigt uns auf einmal, Dinge zu tun, die wir vorher nie für möglich gehalten hätten. Dass wir, auch ohne sturzbetrunken zu sein, offen, direkt und frei heraus von unserem Glauben, unserem Christ-Sein sprechen können. Vielleicht nicht vor einer großen Menschenmenge, aber im Freundeskreis, in der Nachbarschaft, unter Arbeitskollegen, in der Familie. Die Pfingstbotschaft gibt einen gehörigen Kater, auch ohne Alkohol, und soll uns dazu ermutigen, unseren Glauben nicht zu verstecken, sondern anderen davon zu erzählen und diesen Kater weiterzugeben, ohne beißen und kratzen, sondern mit viel Streicheleinheiten und Liebe zum Nächsten.

 


Fürbitten
Guter Gott,
  
wir haben deinen Geist bitter nötig. Es wird so viel Kleingeistiges und Geistloses geredet und getan, leere Worte gemacht. Erfülle uns jeden Tag neu mit deinem Geist, damit wir von ihm ganz durchdrungen sind. Dein Geist haucht uns Leben ein, ist die Kraft, die uns bewegt und begeistert, die uns Mut und Hoffnung schenkt, die unser Leben nachhaltig verändern kann. Für unseren Glauben einzustehen, dafür zu kämpfen, wovon wir überzeugt sind, fällt uns nicht immer leicht, vor allem, wenn wir Gegenwind bekommen. 
Erfülle uns in diesen Situationen dann mit deinem Geist, der uns die richtigen Worte in den Mund legt und den Mut dazu gibt, diese auch auszusprechen, egal, was die anderen sagen werden. Schick uns dann deine Weisheit, deinen Rat, deine Klugheit, deine Stärke und deine Erkenntnis. Gemeinsam beten wir, wie dein Sohn Jesus Christus es uns zu beten gelehrt hat: Vater unser im Himmel…
  

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
  

Kerze kann nun ausgepustet werden
  

Kurze Info aus dem Pfarramt:
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet. 
Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen! 
  
Im Juni findet kein Gottesdienst statt, die Auflagen in den Kirchen sind für uns aktuell nicht umsetzbar. Am 5. Juli werden wir um 10 Uhr einen Gottesdienst im Grünen feiern, gemeinsam mit dem Posaunenchor und unserer Vikarin Maren Wolf, die ab Juni Teil der Pfarrei sein wird.
   

Pfarrerin Tamm hat Urlaub vom 8.-20. Juni. Die Vertretung hat Pfarrerin Ulla Steinmann: 0151/52501345
  

Pfrin Tamm hat für jeden Tag der Woche 3minütige Liedandachten gesungen und gesprochen, zu finden auf der Homepage: www.pfarrei-am-potzberg.de unter „Made my day“.
  

Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu, unter einer NEUEN NUMMER: 06359-95 352 92.
  

Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.



 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Exaudi  -   Dauer 4:52)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

 

Gottesdienst am 24.05.2020 zum Sonntag Exaudi
 

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
 

Liebe Leserin, lieber Leser,
 
„Exaudi, Domine, vocem meam, qua clamavi ad te“, „Höre, Herr, meine Stimme, wenn ich zu dir rufe“, (Ps 27,7) so ist das Motto dieses Sonntags und ums Stimmen hören geht es auch in der Predigt.
 

Wir beten: Gott, ich bin hier/ wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Höre uns, erhöre uns, antworte uns, wenn wir zu dir beten. Amen.
 

Predigt: II - Jer 31, 31-34 (hier gekürzt):
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.“
 

Liebe Leserin, lieber Leser,
 
hörst du abends auch manchmal Stimmen, wenn du auf der Couch sitzt und gleich der Film beginnt, auf den du dich schon die ganze Woche gefreut hast? Da flüstert dann auf einmal jemand: „Hey, du, ja, du. Im Schrank liegt noch eine Tüte Chips. Du weißt schon, die gute Sorte. Komm, heute warst du fleißig, die kannst du dir mal gönnen!“ Ja, gute Idee, warum eigentlich nicht. Du willst gerade aufstehen, da kommt prompt eine andere Stimme: „Äh, halt, stopp! Ich glaub, ich spinne. Hast du heute nicht schon genug ungesundes Zeug gegessen???“ O, ja, das ist natürlich richtig, muss ja nicht sein. Dann vielleicht morgen. Doch da ist wieder die 1. Stimme: „Hallo? Na und? Wo ist denn das Problem mit 2-3 Chips? Musst ja nicht die ganze Packung essen. Nur mal so zum Probieren. Ist doch nicht schlimm!“ Genau, nur eine Handvoll, das ist doch ein guter Kompromiss. Du machst dich auf den Weg zum Schrank. „Ach ja, nur 2-3? Du weißt doch genau, wie das beim letzten Mal war. Konntest wieder nicht aufhören und am Ende war die ganze Packung leer und du hast gejammert, weil du zu viele Kalorien gegessen hast. Das kennen wir alles. Hör auf und setz dich wieder hin!“, befiehlt Stimme 2. Erschrocken machst du die Schranktür zu. Das ist aber auch ein Ärger mit diesen Chips, die Tüte geht immer wie von Geisterhand leer und am Ende hat man ein schlechtes Gewissen. Aber auf der anderen Seite, dieses Mal hältst du dich daran und nimmst nur ein paar. Oder…?
 
Wie geht diese Geschichte wohl aus? Wer gewinnt am Ende? Das Engelchen oder das Teufelchen? Die dunkle Seite der Macht oder die Vernunft? Die Versuchung oder die Waage?
 
Die Antwort auf die Frage, Chips oder keine Chips, wird jetzt keine gravierenden und massiven Auswirkungen auf unser Leben haben. Außer, wir geben der Versuchung täglich nach, dann wird es schwerwiegend auf der Waage.
 
Das Engelchen auf unserer Schulter ist sowas wie unser Gewissen. Wir stehen öfter mal vor wichtigen Entscheidungen und müssen genau überlegen, was wir tun. Wichtig für unser Handeln ist dabei eben unser Gewissen, es zeigt uns nämlich, ob wir gerade richtig gehandelt haben oder nicht. Mir ist zum Beispiel Anfang des Jahres das Auto fort gerollt, als ich kurz weg war. Trotz angezogener Handbremse ist es auf ein anderes parkendes Auto aufgefahren, aber durch die Bremse wohl extrem sanft. Ich hab wirklich überall ganz intensiv nachgeschaut und konnte weder bei meinem noch bei dem anderen Fahrzeug etwas erkennen. Also bin ich heimgefahren. Aber ich hab keine Ruhe gefunden: Was, wenn ich etwas übersehen habe und doch was passiert ist? Darum hab ich mich bei der Polizei gemeldet und die haben alles überprüft und auch nichts gefunden. Alles okay also, aber hätte ich das nicht gemacht, ich hätte keine ruhige Minute mehr bekommen. „Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen“- das stimmt wirklich. Woher aber kommt dieses „Gewissen“, auf welchen Werten baut es auf, ab wann meldet es sich? Das kommt sicher auf unsere Erziehung an, aber für mich ist es auch der „neue Bund“, von dem im Predigttext die Rede ist. Gott sagt hier: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben“. Dieses Gesetz ist für mein Empfinden das, woran sich mein Gewissen orientiert, das Engelchen kennt die Rechtslage genau und flüstert uns immer wieder die richtigen Bestimmungen ins Ohr. Das tut es aber nicht, um uns vorzuführen oder damit zu ärgern, sondern es will uns helfen. Gott hat mit uns an unserer Taufe einen Bund fürs Leben geschlossen, etwas Bleibendes geschaffen, ein Band, das uns immer mit ihm verbinden soll. Das Gewissen erinnert uns regelmäßig an die Vertragsbedingungen und kommt uns in den Sinn, wenn wir dagegen verstoßen. Gott weiß, wie schwer es uns fällt, immer an alles zu denken und alle Paragrafen einzuhalten und verspricht uns gleichzeitig: „Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken“. Er möchte aber, dass wir auf unser Herz, auf unser Gewissen und das Engelchen achten, wenn wir mal nicht weiter wissen, denn die sind alle dazu da, uns zu helfen. Ob du dich jetzt vom Teufelchen zu Chips verführen lässt, bleibt dabei also allein deinem gesunden Menschenverstand überlassen. Es muss ja nicht gleich die ganze Packung sein (sagt das Engelchen :) ).
 

Fürbitten:
Exaudi, Domine, höre Gott, erhöre uns.
Höre das Weinen und Klagen der Verzweifelten und Trauernden, der Ohnmächtigen und Schwachen. Erhöre ihr Rufen und begleite sie, tröste und stärke sie. Höre die Lügen und falschen Reden um uns, höre den Hass, den Neid, die Bosheit unserer Welt. Sende uns deinen Geist, der uns hilft, Gut und Böse, Betrug und Realität zu unterscheiden und alles richtig einzuordnen, was uns erzählt wird und was wir sehen.
 
Lass zur rechten Zeit das Engelchen auf unserer Schulter die passenden Worte finden, damit wir nicht vom Weg abkommen und kluge Entscheidungen treffen.
 
Höre deine Kirche, Gott. Höre unseren Glauben, unsere Sehnsucht, erhöre uns und steh uns bei. Gemeinsam beten wir, wie dein Sohn Jesus Christus es uns zu beten gelehrt hat:
 
Vater unser im Himmel…
 

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
 

Kerze kann nun ausgepustet werden
  
 

Kurze Info aus dem Pfarramt:
 
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet.
 
Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen!
 
Im Mai und Juni finden noch keine Gottesdienste statt, die Auflagen in den Kirchen sind für uns aktuell nicht umsetzbar.
Am 5. Juli werden wir um 10 Uhr einen Gottesdienst im Grünen feiern.
 

Pfrin Tamm hat für jeden Tag der Woche 3minütige Liedandachten gesungen und gesprochen, zu finden auf der Homepage:
www.pfarrei-am-potzberg.de unter „Made my day“.
  

Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu, unter einer NEUEN NUMMER: 06359-95 352 92.
 

Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.
 
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!



 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Christi Himmelfahrt  -   Dauer 4:55)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

 

Gottesdienst am 21.05.2020 zu Himmelfahrt


Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
 

Liebe Leserin, lieber Leser,
 
heute treffen wir uns in Gedanken oben auf dem Potzberg, zusammen mit vielen anderen, u.a. dem Posaunenchor. Das ist immer einer der schönsten Gottesdienste im Jahr, hoffentlich 2021 wieder wie gewohnt.
 

Wir beten: Gott, ich bin hier/ wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Schenke uns heute ein Stück vom Himmel, das uns begleiten soll. Deine Liebe halte uns fest, wenn wir stolpern. Deine Treue mache uns Mut, wenn wir verzweifeln. Dein Atem belebe uns, wenn wir traurig sind. Amen.
 

Predigt: Lukas 24, 50-53: 
Jesus führte die Jünger hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer 
Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.
 
 

Liebe Leserin, lieber Leser,
 
eine Szene aus dem Tempel in Jerusalem: „Na, Petrus, was hast du heute so erlebt? Du bist ja gut drauf“, „Ja, mein Heiland und Messias ist vorhin in den Himmel aufgefahren.“ „Ach so, na dann, guten Tag dir noch.“ „Jo, danke, dir auch.“
So leidenschaftslos finde ich, schreibt Lukas über Christi Himmelfahrt. Was ist das denn dann bitte für ein Abschied gewesen? Wie geht der Evangelist und die Jünger mit der Himmelfahrt um? Ganz sachlich und nüchtern. Als wäre es was Alltägliches, hätten sie das schon öfter erlebt. Mir stellen sich dabei aber eine ganze Reihe an Fragen: Wie fährt Jesus auf gen Himmel? Mit Pauken und Trompeten? Steigt er ganz langsam oder rasend schnell empor? Winkt er den Jüngern zum Abschied? Hört man die Engel singen? Sieht man sie vielleicht sogar? Hat sich der Himmel weit geöffnet? Steht Gott da zu seinem Empfang, glücklich, den Sohn wieder bei sich zu haben? Feiern die beiden jetzt gemeinsam Vatertag? Wie genau sieht die Himmelfahrt aus? Warum, zum Kuckuck, schreibt Lukas das nicht? So was passiert schließlich nicht alle Tage. 
 
 
Ich kann mir als Leserin die Situation vor Ort gar nicht wirklich vorstellen, weil Lukas es eben nicht erzählt. Dabei ist das doch etwas Überirdisches, Unglaubliches. Heute würde es eine Sondersendung nach der anderen darüber geben, Massen an Reportern und Kamerateams würden an diesen Ort gehen, Spuren suchen und wahrscheinlich sogar dann finden, wenn es eigentlich gar keine gibt. Mit Augenzeugen reden, Experten befragen, halt das ganze Programm abziehen.
 
 
Ich hab mich gefragt, warum die Jünger das alles so gelassen sehen, so ruhig und besonnen damit umgehen und einfach „mit großer Freude“ nach Jerusalem zurückkehren. Und ich glaube, ich ahne, warum: „Jesus hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel“. Jesus ist also nicht einfach so gegangen, sondern segnend. Durch, im und beim Segnen ist er in den Himmel aufgefahren. Seinen Segen hat er da gelassen.
Von der Wortbedeutung her meint Segen so viel wie: Gutes sagen, Gutes von jemandem sprechen. Mit seinem Segen macht Jesus den Jüngern also nochmal Mut, bestärkt sie, tröstet sie und ich glaube, das macht sie so gelassen und ausgeglichen. Denn: Jesus hat ihnen damit aufbauende Worte hinterlassen, liebe Wünsche. 
Was genau er gesagt hat, wissen wir nicht, aber es scheint die Jünger so mit Freude erfüllt zu haben, dass sie gelöst und fröhlich waren und ohne Trauer über Jesu Abschied.
 
 
Wie oft sagen wir uns Gutes in unserem Alltag? Ein nettes Wort an den Ehepartner, die Kinder, die Freunde oder die Nachbarn? Ist es nicht so, dass wir eher Tadel als Lob aussprechen? Kritik statt Anerkennung? Zum Geburtstag oder an Jubiläen hören wir viele gute Wünsche, aber unterm Jahr? Darum gibt es zu diesem Briefkastengottesdienst auch eine Postkarte mit Segenswünschen dazu. Du kannst sie gerne behalten, aber vielleicht möchtest du sie auch jemandem schenken, der ein liebes Wort und ein bisschen Aufmerksamkeit gut gebrauchen kann.
 
 
Wir sehen ja am Beispiel der Jünger, dass ihnen dieser Segen von Jesus durch die schwere Zeit geholfen hat- einerseits waren sie nun allein, ohne ihn, aber andererseits wussten sie sich getragen und getröstet durch seine Worte. Jesus hat ihnen Wege und Möglichkeiten gezeigt, jetzt müssen sie selbst ran. Er war die Inspiration, hat den Segen gebracht, aber dieser muss sich nun ausbreiten und zwar durch andere Menschen, die davon beflügelt sind. Menschen wie die Jünger, wie du und ich. Jesus hat an Christi Himmelfahrt diese Welt verlassen, aber uns etwas Entscheidendes dagelassen: seinen Segen, seine Frohe Botschaft, die in unserem Leben Wurzeln schlagen und Früchte bringen kann, besonders dann, wenn wir gute Worte weitergeben und andere damit froh und glücklich machen, ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern und sie spüren lassen, dass wir in Gedanken bei ihnen sind.
 

Fürbitten
Gott, zu jeder Stunde brauchen wir deinen Segen, dein gutes Wort, das uns in den guten und den schlechten Tagen begleitet. Lass uns deine Begleitung immer spüren, deinen Himmel auf Erden jetzt schon erleben. Lass auch uns zum Segen für andere werden und schenk uns die rechten Worte zur richtigen Zeit, lass uns aufmerksam sein für die Sorgen und Nöte unserer Mitmenschen, damit wir ihnen zur Seite stehen können und schick auch uns segensreiche Hände und Worte, wenn wir sie brauchen. 
Erhöre uns, wenn wir jetzt beten, wie dein Sohn Jesus Christus es uns zu beten gelehrt hat: Vater unser im Himmel…(Irischer)
 
  
Segen: Ich wünsche dir:

Dass jede Gabe, die Gott dir schenkt, mit dir wachse, und dir dazu diene, denen Freude zu schenken, die dich mögen. 
 
Dass du immer einen Freund hast, der es wert ist, so zu heißen, dem du vertrauen kannst, der dir hilft, wenn du traurig bist, der mit dir gemeinsam den Stürmen des Alltags trotzt. 
 
Wenn du strauchelst, weil dir die Arbeit oder dein Kummer zu schwer wird, möge die Erde tanzen, um dir das Gleichgewicht wiederzugeben.
 
Und noch etwas wünsche ich dir: 
Dass du in jeder Stunde der Freude und des Schmerzes die Nähe Gottes spürst - das ist mein Wunsch für dich, und für alle, die dich mögen. Das ist mein Wunsch für dich - heute und alle Tage.
 

Kerze kann nun ausgepustet werden
  
 

Kurze Info aus dem Pfarramt:
 
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet. 
Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen! 
Im Mai und Juni finden noch keine Gottesdienste statt! 
 
 
Am 5. Juli werden wir einen Gottesdienst im Grünen feiern, die Auflagen in den Kirchen sind für uns aktuell nicht umsetzbar. Nähere Infos folgen. 
 
 
Pfrin Tamm hat für jeden Tag der Woche 3minütige Liedandachten gesungen und gesprochen, zu finden auf der Homepage: www.pfarrei-am-potzberg.de unter „Made my day“.
   

Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu, unter einer NEUEN NUMMER: 06359-95 352 92. 
   

Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.
  
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!



 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Rogate  -   Dauer 5:22)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

Gottesdienst am 17.05.2020 zum Sonntag Rogate

  
Dieser Gottesdienst mit und von Pfarrerin Tamm wurde von „kusel.tv“ aufgezeichnet und ist als Video zu finden auf der Homepage www.kusel.tv, www.pfarrei-am-potzberg.de und auf Facebook.
  

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
  
„Rogate“ heißt: „Betet“ und um ein besonderes Gebet geht es heute im Predigttext, nämlich ums Vaterunser.
  

Wir beten: Gott, ich bin hier/ wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Wir können dir alles sagen, was uns auf dem Herzen liegt, du hörst uns zu. Es tut gut zu wissen, dass du Tag und Nacht da bist, immer ein offenes Ohr für uns hast. Dafür danken wir. Amen
  

Predigt über Mt 6, 5-13 (hier gekürzt):
„Christus spricht: „So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
 
ich mag schöne Geschichten zum Nachdenken wie diese hier: 
„Einmal führte Gott mich hinaus auf eine Kerwe. Dort zeigte er mir einen kleinen Jungen, der mit leuchtenden Augen voller Erwartung vor dem Luftballonverkäufer stand. Gott sagte mir: „Wenn du beten willst, dann sollst du das so machen: mit der ganzen Hoffnung dieses Kindes, mit seinem Staunen im Gesicht! Deine Gebete sollen sein wie die vielen bunten Ballons. Fülle die leere Hülle mit deinen Sorgen und mach den Knoten fest zu. Sieh dann die Schnur an seinem Knoten: Sie ist das Zeichen für die Verbindung deiner Gebete zwischen Himmel und Erde! An ihr Ende kannst du eine Postkarte hängen mit Raum für deine persönlichen Worte. Und dann: lass los. Sieh dir an, wie der Ballon in den Himmel steigt. Alles wird leichter. Lass mir, deinem himmlischen Vater, die Freiheit des Windes, deinen Ballon, deine Gebete fliegen zu lassen, wohin ich will, wie ich es für richtig halte. Aber bei einem kannst du dir sicher sein: Deine Gebete kommen bei mir an, der Ballon wird nicht ungesehen platzen.“
  

Ich mag diesen Vergleich sehr- ein Gebet wie ein Luftballon. Oft ist doch um uns herum und in uns ganz viel dicke Luft, z.B. wenn wir uns mit unseren Kindern, Partnern, Eltern streiten. Diese Luft muss irgendwo hin, denn wenn sie sich in uns immer weiter anstaut, tut uns das nicht gut. Gott bietet uns mit dem Gebet ein Ventil an, damit können wir Dampf ablassen. Wir können mit der ganzen dicken Luft, die sich in uns angesammelt hat, den Luftballon füllen. Dann müssen wir ihn ganz schnell zumachen, damit ja auch alles drin bleibt.
  

An dem Ballon hängt eine Schnur. Sie steht für die Verbindung zwischen Himmel und Erde, ist quasi unsere direkte Verknüpfung zu Gott selbst. Jeder von uns hat seine eigene, ganz persönliche Leitung zu Gott. Bei dem einen ist sie ein dickes und robustes Seil, das keiner mal einfach so durchtrennen könnte. Dieser Mensch hat eine ganz enge Bindung zu Gott, einen tiefen festen Glauben. Bei einem anderen ist die Schnur hauchdünn und zerbrechlich, hält scheinbar nicht mehr viel aus, bevor sie reißt. Dieser Mensch zweifelt, ist sich unsicher, hat so seine Kämpfe mit seinem Glauben. Für uns sieht das so aus, als hätte Gott mit dem gläubigen Christen eine bessere Verbindung als mit dem, dessen Glaube zerrüttet ist. Aber so ist das nicht. 
Gott hat uns in der Taufe versprochen, dass er immer in Kontakt mit uns bleiben wird, egal, wo wir in unserem Leben stehen, ob wir uns ihm zuwenden oder gerade vom Weg abgekommen sind. Er lässt es nicht zu, dass die Schnur reißen wird, dass keine Verbindung mehr besteht. Gott bleibt in der Leitung, auch wenn wir aufgelegt haben. Er wartet dann geduldig darauf, dass wir den Faden wiederfinden, der uns mit ihm immer verbunden hat, auch da, wo wir es nicht gesehen haben. 
 
An dieses Seil können wir eine Postkarte hängen, auf der Platz für alles ist, was uns wichtig ist. Ein Wunsch, ein Dank, aber auch Kritik und Zweifel. Gott kennt unser Herz, er weiß, was unsere Hoffnungen und Träume, unsere Ängste sind. Darum bräuchten wir auf die Karte also eigentlich gar nichts schreiben- aber es tut uns einfach gut, das loszuwerden, unsere Gefühle in konkrete Worte zu fassen. 
  
 
Aber es gibt Situationen, in denen uns das Beten schwer fällt, uns die Worte fehlen. Z.B. wenn Eltern ihr Kind durch einen schrecklichen Unfall genommen wird, eine Freundin im Sterben liegt, eine schlimme Diagnose alle Hoffnungen und Träume zerstört. Dann wissen wir oft nicht, was wir sagen sollen. In diesen Situationen bin ich so dankbar, dass Jesus uns ein wunderbares Gebet beigebracht hat: Das Vaterunser. 
 
  
Er macht hier klar, dass Gottes Wille geschieht, den wir nicht immer nachvollziehen können, wir aber hoffen dürfen auf Gottes väterliche Gnade, auf seine mütterliche Liebe, dass er uns zumindest nicht allein lässt. Jesus hat uns versprochen, dass Gott uns immer zuhören wird, dass die Leitung zu ihm jederzeit steht. Wir können also alles auf die Karte am Luftballon schreiben. Und dann? Gott sagt: „Lass los, gib den Ballon frei, lass ihn ziehen. Gib deinem Gebet Zeit zu fliegen, mit der ganzen Hoffnung und der Erwartungshaltung eines kleinen Kindes!“ 
 
Manchmal haben wir das Gefühl, Gott hätte den Ballon nicht bekommen, die Karte nicht gelesen, aber so ist das nicht. Er bekommt jeden Tag unzählige Luftballons geschickt, Milliarden an Gebeten, aber er vergisst keins davon, jeder noch so winzige Ballon, jedes noch so kurze Gebet ist ihm wichtig. Er hört uns, er hört zu, dir und mir und er ist gespannt, was so alles auf 
unserer Karte steht.
 

Fürbitten
Unser himmlischer Vater, wir dürfen zu dir sprechen, 
uns an dich wenden mit all der dicken Luft, die um uns und in uns ist, mit allem Kummer, du sagst: Rogate! Betet! Ich höre zu. Lass uns dieses Angebot nicht vergessen und schenke uns damit neue Kraft und neue Energie, denn es tut gut zu wissen, dass wir unsere Last mit dir teilen können. Gib uns die nötige Geduld und Ausdauer, zu warten, bis wir eine Antwort bekommen. Du weißt, dass uns das besonders schwer fällt und wir uns allein gelassen fühlen, wenn erstmal keine Reaktion kommt. Sei bei allen Kranken und Verzweifelten, bei den Erschöpften und Kraftlosen, die das Warten besonders belastet. Lass Zeichen der Liebe und der Hoffnung sichtbar werden, selbst dort, wo es hoffnungslos zu sein scheint. Amen. 
  
Höre uns, wenn wir beten, wie Jesus es uns gelehrt hat: Vater unser…
  

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
  

Kerze kann nun ausgepustet werden


Kurze Info aus dem Pfarramt:
 
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet. 
Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen! 
Am 5. Juli werden wir einen Gottesdienst im Grünen feiern, die Auflagen in den Kirchen sind für uns aktuell nicht umsetzbar. Nähere Infos folgen. 
  
Pfrin Tamm hat 3minütige Liedandachten gemacht, zu finden auf der Homepage: www.pfarrei-am-potzberg.de unter „Made my day“. 
  
Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu, unter einer NEUEN NUMMER: 06359-95 352 92.
  
Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919. 
 
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!



 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Kantate  -   Dauer 4:33)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

Gottesdienst am 10.05.2020 zum Sonntag Kantate

  
Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
  

Liebe Leserin, lieber Leser,
  
das ist einer meiner Lieblingssonntage:
  
„Kantate“, „Singt“. Ein Gottesdienst, in dem wir viel gesungen und geschunkelt hätten. Heute muss jede/r für sich singen und die Worte aus Ps 98 alleine sprechen: „Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. Jauchzet dem HERRN, alle Welt, singet, rühmet und lobet! Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel! Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König! Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen seien fröhlich vor dem HERRN“.
 

Wir beten: Gott, ich bin hier/ wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Schenke mir ein fröhliches Lied auf meinen Lippen und eine leichte Melodie im Ohr. Amen.
  

Predigt: Lied: Geh aus, mein Herz, und suche Freud (EG 503)
1) Geh aus, mein Herz, und suche Freud/ in dieser lieben Sommerzeit/ an deines Gottes Gaben;/ schau an der schönen Gärten Zier/ und siehe, wie sie mir und dir/ sich ausgeschmücket haben.
  

2) Die Bäume stehen voller Laub,/ das Erdreich decket seinen Staub/ mit einem grünen Kleide;/ Narzissus und die Tulipan,/ die ziehen sich viel schöner an/ als Salomonis Seide.
  

8) Ich selber kann und mag nicht ruhn,/ des großen Gottes großes Tun/ erweckt mir alle Sinnen;/ ich singe mit, wenn alles singt,/ und lasse, was dem Höchsten klingt,/ aus meinem Herzen rinnen.
  


Liebe Leserin, lieber Leser,
 
zu „Kantate“ gehört für mich einfach eine Predigt über ein Lied und heute muss es eins sein mit einer bekannten Melodie, damit du mitsummen und mitsingen kannst. Paul Gerhardt (1607-1676) hat 1653 diesen wunderschönen frühlingshaft- sommergleichen Liedtext geschrieben- es ist übrigens das längste Lied im Gesangbuch mit 15 Strophen. Paul Gerhardt war Pfarrer, er hatte ein bewegtes und schweres Leben. Er hat den 30jährigen Krieg hautnah mitbekommen und viel Leid, Not und Elend gesehen. Aber auch privat hatte er es nicht leicht, so sind etwa von seinen 5 Kindern 3 in schon sehr jungen Jahren gestorben, nach nur 13 Ehejahren auch seine Frau, und er hat sehr darunter gelitten.
  
Doch das hört man diesem Lied nicht an: Geh aus, mein Herz, und suche Freud. Schau genau hin, nimm wahr, was dich an Schönem umgibt, was Gott alles geschaffen hat, wie perfekt da eins ins andere passt. Viele von uns hatten dieses Jahr wesentlich mehr Zeit und Muße für den Garten, haben liebevoll passende Blumen und Sträucher ausgesucht, Insektenhotels gebaut und darauf geachtet, dass auch die Bienen genug Nahrung finden.
 
Balkone, Terrassen und Gärten sind herausgeputzt und hübsch gemacht, wir können uns an der Schönheit der Natur erfreuen. Endlich hat es auch wieder ein bisschen geregnet, das hat allen Pflanzen gut getan. Trotzdem war der April viel zu trocken, die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher spürbar. Wegen Corona tritt dieses Thema gerade in den Hintergrund, aber es ist eine bleibende und wichtige Aufgabe, den Planeten vor weiteren Schäden zu bewahren und zu schützen, damit noch viele Generationen nach uns hier gut leben können.
 

Eine kleine Aufgabe für alle, die möchten: Das frische Laub, das saftige Grün des Rasens, die vielen bunten Blumen. Hast du dir schon mal die ganze Farbenvielfalt angeschaut? Nimm dir heute oder nächste Woche die Zeit, in deinem Garten oder bei einem Spaziergang mindestens 10 verschiedene Grüntöne zu sammeln. Helle, dunkle, matte, glänzende. Das können Blätter sein, Gras, alles mögliche. Du wirst staunen, wie schnell du 10 unterschiedliche Grüntöne finden wirst, denn es gibt unzählige Nuancen davon. Wer will, darf von seiner Sammlung gerne ein Foto machen und mir schicken, ich würde mich freuen. Grün deshalb, weil es die Farbe der Hoffnung und des Lebens ist.

Die Natur ist so wunderschön, so herrlich und gelungen, wir nehmen sie leider nur zu oft als gegeben und selbstverständlich hin, dabei müssten wir vor Staunen immer wieder ehrfürchtig werden. Paul Gerhardt lädt uns ein, genau hinzuschauen, unsere Ohren weit aufzumachen, zu tasten und zu erfühlen, zu riechen, all die vielen herrlichen Düfte und zu schmecken, wie gut es Gott mit uns meint. Trotz allem Traurigen und Schwierigen um uns herum.
 
Gerhardt will, dass wir die Schöpfung mit all unseren Sinnen wahrnehmen, in uns aufnehmen und sagt, dass er angesichts dieser großen Werke um ihn eigentlich nur singen und fröhlich sein kann. Was jemandem wie ihm eben sicher nicht leichtgefallen ist, bei dem Leid und Elend, das er alles erfahren und erlebt hat. Umso bewundernswerter ist seine Einstellung zum Leben, die wir uns zum Vorbild nehmen können. Auf das Kleine zu achten, sich zu erfreuen an Blumen und Pflanzen und den vielen Tieren und Insekten um uns herum, den unzähligen Grüntönen voller Hoffnung und Kraft.
 
Jauchzet dem Herrn, alle Welt, singet, rühmet und lobet!


Fürbitten:
Gott, du hast jedem von uns seine eigene Lebensmelodie geschenkt, sein ganz individuelles Lied. Du bist der Komponist unseres Lebens, der Natur, der ganzen Schöpfung.
 
Lehre uns, unser Leben zu singen als Loblied für dich, dass wir deine Melodie nicht überhören und sie nicht vergessen, dass sie wie ein Ohrwurm in uns klingt und uns jeden Tag ermuntert zu guten Taten und einem vor dir gerechten Leben.
Hilf uns immer wieder neu, deine Noten und deine Handschrift zu erkennen, in all dem Schönen und Blühenden und Lebendigen um uns herum, auch wenn unser Leben aus dem Takt gerät und wir die Dissonanzen und Missklänge aushalten müssen.
Lass neue Klänge und Melodien die Herzen der Menschen umstimmen. Schicke unverhoffte Harmonien allen, die im Misston der Angst und ihrer Sorgen gefangen sind und lass auch sie das Lied deiner Liebe mitsingen.
Nimm unser Lied an und höre uns, wenn wir jetzt beten, wie dein Sohn Jesus Christus es uns zu beten gelehrt hat:
  
Vater unser im Himmel…

  
  
Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.
 

Kerze kann nun ausgepustet werden
 

Kurze Info aus dem Pfarramt:
Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet.
Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen!
  
  
Im Mai finden noch keine Gottesdienste statt! Wie es im Juni weitergeht, ist noch lange nicht absehbar, die Auflagen sind massiv und nur sehr schwer umzusetzen. Mehr Infos dazu in einem kleinen Gemeindebrief, der etwa Mitte/Ende Mai erscheinen wird.
 

Pfrin Tamm hat für jeden Tag der Woche 3minütige Liedandachten gesungen und gesprochen, zu finden auf der Homepage:
www.pfarrei-am-potzberg.de unter „Made my day“.
  

Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu, unter einer NEUEN NUMMER: 06359-95 352 92.
 

Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.
  
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!



 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Jubilate  -   Dauer 4:33)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

Gottesdienst am 03.05.2020 zum Sonntag Jubilate

Wer möchte, kann eine Kerze anzünden
 


Liebe Leserin, lieber Leser,
 

heute ist der Sonntag „Jubilate“, „Jauchzet“.
Der Name kommt aus Ps 66, dort heißt es: „Halleluja! Jauchzet Gott, alle Lande, Halleluja! Lobsinget zur Ehre seines Namens! Halleluja!“

Wir beten: Gott, ich bin hier/ wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Letzte Woche haben wir Bohnen und Nudeln gezählt und wissen, dass es jeden Tag etwas gibt, über das wir uns freuen können. Dafür danken wir dir und bitten dich auch weiterhin für viele kleine Freuden! Amen.

Predigt über Joh 15, 1-8: (hier gekürzt) Jesus sagt:
„Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater der Winzer. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“

Liebe Leserin, lieber Leser,

zu dem heutigen Predigttext hat Julie Hausmann (1826-1901) ein Gedicht geschrieben. Vielen ist sie bekannt durch ein besonderes Lied im Gesangbuch: „So nimm denn meine Hände“, in dem sie wunderbare Worte dafür gefunden hat, wie Gott uns im Leben begleitet. Auch in ihrem Gedicht zum Weinstock hat sie sehr schöne Worte gefunden:

Geh' ich des Weinstocks Blätter und Ranken
Ringsum in Gärten, in Tälern und Höh'n,
Wie sie im Winde grüßen und schwanken,
Hab' ich so meine eig'nen Gedanken,
Glaub' ernste Fragen daraus zu versteh'n:

„Bist du auch eine der grünenden Reben,
Die an dem Weinstock nicht bloß zum Schein
Lose von außen nur haften und kleben?
Ziehst du aus Ihm allein Kräfte und Leben?
Bist du im Geist und Wahrheit auch Sein?

Läßt du von unnützen, schädlichen Trieben
Willig und demütig stets dich befrein?
Bist du im Schmerz auch am Weinstock geblieben,
Brachtest du Früchte im Leiden und Lieben,
Deren sich Gott und die Menschen erfreun?

Bist du, seit deiner Erweckung zum Leben,
Täglich gewachsen an Leben und Kraft?
Ist dir geschehn, was verheißen den Reben,
Daß, was du batest, dir wurde gegeben,
Daß auf dem Flehn Er auch Wunder noch schafft?

Ach, diese weinlaub-gekröneten Höhen —
Greift ihre Sprache ins Herz nicht hinein?
Was ist an mir wohl von Leben zu sehen? —
Herr, mein Erbarmer, wie soll ich bestehen?
Pflanz' in Dein Leben aufs Neue mich ein!

 

Bist du eine der grünenden Reben? Oder ist das bei dir mehr Schein als Sein? Momentan reden wir ja oft davon, wie wichtig es ist, als Gemeinschaft zusammen zu stehen, Rücksicht aufeinander zu nehmen, solidarisch zu sein. Im christlichen Sprachgebrauch könnte man das schlicht „Nächstenliebe“ nennen. Die brauchen wir aber nicht nur jetzt, sondern zu allen Zeiten.
 

Einer allein kann die Welt nicht retten, kann nichts ausrichten. Es kommt darauf an, dass wir es gemeinsam versuchen. Gerade von Politikern kennen wir das, dass sie oft leere Worte machen, Worthülsen und Sprichworte gebrauchen und letztlich nichts und null dahinter steckt. Es hat keine Substanz, wenn man da mal nachfragt und in die Tiefe geht. Nach außen hin ist so jemand eine grünende Rebe, tut etwas zum Wohl des ganzen Weinstocks, aber, wenn man genauer hinschaut, ist das bloß Fassade. Er „haftet nur lose von außen“, ist nicht wirklich verbunden und ist damit letztlich für eine kurze Zeit schmückendes Beiwerk, das aber bei der Ernte verworfen wird.
 

Jesus fordert uns in dem Predigttext dazu auf, uns ganz aktiv einzubringen, eben Früchte zu tragen und zwar solche „derer sich Gott und die Menschen erfreun“.
Jede und jeder kann das auf seine eigene Art und Weise tun. Jeder Verein, jede Kirchengemeinde, überall werden Freiwillige gesucht, die sich engagieren wollen und zum Wohl aller einbringen, die ein bisschen Lebenszeit opfern, um anderen eine Freude zu machen, um eben für die Gesellschaft etwas zu tun.
 

Eine einzelne Traube macht dabei aber noch lange keinen Wein. Wenn also immer weniger Menschen bereit sich, sich ehrenamtlich zu betätigen, kann daraus nicht viel Saft gewonnen werden, reicht es nicht für auch nur eine einzige Flasche Wein. Jede Traube, jede und jeder von uns kann etwas tun, egal wie jung oder alt man ist. Manchmal reicht es da schon, sich eindeutig gegen die „unnützen, schädlichen Triebe“ der Stammtischparolen zu äußern, die den Wein sauer machen würden, wenn z.B. mal wieder über DIE Ausländer geschimpft wird. Es geht Jesus um Toleranz, Respekt, Verständnis und Besonnenheit, nur daraus kann ein vollmundiger Wein mit Tiefgang werden.
 

Es kommt auf jeden einzelnen von uns an, wie der Jahrgang 2020 sich entwickelt und wir dürfen auf Gott hoffen, der als Winzer stets seinen Weinberg und somit uns alle im Blick hat.

 
Fürbitten:

In dir bleiben wollen wir bleiben, Jesus, die Kraft von dir bekommen und aus deiner Wurzel Stärke empfangen. Alleine kommen wir nicht weit, nur gemeinsam sind wir stark und können diese Welt verändern und so gestalten, wie du es möchtest: mit Nächstenliebe und Respekt, mit Mitleiden und in Achtsamkeit. Wir möchten reiche Frucht bringen, aber ohne dich können wir nichts tun. Gib du von deiner Kraft allen, die müde und erschöpft sind, die nachts vor Sorge nicht schlafen können, die einsam sind und sich nach Gesellschaft sehnen. Gib ihnen Mut und Hoffnung zurück. Denn wir alle sind wichtige Reben, jede einzelne Traube zählt vor dir und liegt dir am Herzen. Lass uns das spüren und berühre unsere Herzen. Bleib bei uns, denn ohne dich können wir nichts tun. Du bist der Weinstock, wir deine Reben. Amen.
 
 

Und gemeinsam beten wir weiter mit den Worten des Vaterunser:
Vater unser im Himmel

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.

Kerze kann nun ausgepustet werden


Kurze Info aus dem Pfarramt:
 

Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet.
 

Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen!

Alle PfarrerInnen des Dekanats Kusel haben sich einstimmig dagegen entschieden, im Mai wieder Gottesdienst in den Kirchen zu feiern. Die Auflagen sind derart streng und mit so hohem Aufwand verbunden, dass es mit „Feiern“ nichts zu tun hat (z.B. kein Gesang, Abstand von mind. 2m untereinander, Kirche desinfizieren,…). Wie es im Juni weitergeht, ist noch lange nicht absehbar.
 


Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu: 06322-988 35 01.
Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.   
              

Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!

 

 

 
 
 
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Predigt von Pfarrerin Janina Tamm


 

wöchentlich NEU!

  
 

 

 
(Miserikordias  -   Dauer 5:00)
 
  


  
 
 

 
 

 

 

 

Gottesdienst am 26.4.2020 zum Sonntag Miserikordias Domini
 
 
Wer möchte, kann eine Kerze anzünden


 
Liebe Leserin, lieber Leser,
heute ist der Sonntag „Miserikordias Domini“,
der „Barmherzigkeit Gottes“, auch „Hirtensonntag“ genannt, weil die Bibeltexte sich rund um diese Thematik drehen. Gott als guter Hirte, der sich um jedes Schäfchen sorgt, die weißen UND die schwarzen.

 
Wir beten: Gott, ich bin hier/ wir sind hier, allein und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden. Oft genug kommen wir vom rechten Weg ab, verirren und verlaufen wir uns, verrennen uns in Pessimismus und Klagen und Jammern. Doch du gibst uns nicht auf, suchst uns und willst uns ständig neue Lebensfreude schenken.
Amen.

 
Predigt über 1 Petr 2, 12b-25: (hier gekürzt, moderne Übersetzung)
„Jesus hat für euch gelitten und war ein Vorbild, damit ihr seinen Spuren folgt. Er hat kein Unrecht getan; nie ist ein unwahres Wort aus seinem Mund gekommen. Wenn er beleidigt wurde, gab er es nicht zurück. Wenn er leiden musste, drohte er nicht mit Vergeltung, sondern überließ es Gott, ihm zum Recht zu verhelfen. Unsere Sünden hat er ans Kreuz hinaufgetragen. Damit sind wir für die Sünden tot und können nun für das Gute leben. Ihr wart wie Schafe, die sich verlaufen haben; jetzt aber seid ihr auf den rechten Weg zurückgekehrt und folgt dem Hirten, der euch leitet und schützt.“

 
Liebe Leserin, lieber Leser,
 

wir sollen uns Jesus zum Vorbild nehmen und in seinen Fußspuren wandeln. Puh, sind die aber nicht viel zu groß für uns? Jesus war gerecht und gütig, liebevoll und großzügig, kannte kein böses Wort, war verständnisvoll und wohl der netteste und beste Mensch, der je hier auf Erden gewandelt ist. Ganz klar: ein Vorbild ist er für uns auf jeden Fall. Aber versuchen in seine Fußstapfen zu treten? Das ist eine richtig gewaltige Herausforderung. Aber gut, versuchen wir es.
 

Vielleicht fangen wir mal ganz klein an. Jesus hat nicht gelogen, niemanden beleidigt, sich an niemandem gerächt, sagt der Predigttext. Das konnte er, weil er eine absolut positive Grundeinstellung zum Leben hatte. Für ihn war das Glas immer halbvoll, er hat sich an Kleinigkeiten gefreut, alles positiv gesehen. Das ist etwas, was vielen von uns eher schwer fällt. Hier kann eine Geschichte helfen, die uns dazu einlädt, das genauso auszuprobieren wie diese alte Dame:

Es war einmal eine sehr alte und weise Frau. Sie hatte ein hartes Leben. Jeden Morgen, bevor sie ihr Tagwerk begann, legte sie sich eine Kittelschürze um und steckte sich eine Handvoll Bohnen in die rechte Tasche ihrer Schürze.
Wann immer ihr im Laufe des Tages etwas Schönes begegnete – das Lächeln eines Kindes, der Gesang eines Vogels, die fröhliche Farbe einer Blume, ein Mitmensch, der ihr eine Freundlichkeit erwies, der Duft einer schönen Tasse Kaffee, ein Sonnenstrahl, der ihr Gesicht traf oder ein schattiger Platz in der Mittagshitze – kurz gesagt, für alles, was ihr Herz und ihre Sinne erfreute, ließ sie eine Bohne von der rechten in die linke Schürzentasche wandern.
Am Abend, bevor sie sich schlafen legte, nahm sie die Bohnen aus der linken Tasche ihrer Kittelschürze. So betrachtete sie, was ihr an diesem Tage Schönes widerfahren war. Bei jeder einzelnen Bohne wusste sie noch ganz genau, was ihre Freude ausgelöst hatte.
Und wenn sich auch nur ein einziges Böhnchen in ihrer linken Schürzentasche fand, dann war es für sie ein Tag, an dem es sich gelohnt hatte, zu leben.

Zu oft bleiben wir in unseren Gedanken bei negativen Dingen hängen: mit wem haben wir uns heute gestritten, was hat mir keinen Spaß gemacht, mir die Laune verhagelt, mich frustriert und genervt? Welcher meiner Mitmenschen hat mich heute geärgert, mir Unrecht getan, mich auf die Palme gebracht? Was war falsch am Wetter, am Essen, am Fernsehprogramm? Das Glas ist bei dieser Sichtweise immer nur halbleer und zudem noch dreckig und voller fettiger Fingerabdrücke. So sieht doch kein erfülltes, glückliches Leben aus, oder?
 

Das ist auch nicht das, was Gott sich für uns und unser Leben wünscht, hierfür ist Jesus nicht am Kreuz gestorben. Unser Leben ist ein Geschenk, jeder Tag, jede Minute ist kostbar, denn wir wissen nie, wann unsere Zeit auf Erden zu Ende ist. Wir sollen „für das Gute leben“ und Jesus will uns, die wir uns verlaufen und verrannt haben in unwichtigen und unnötigen Dingen, die wir uns mit negativen und schlechten Gefühlen umgeben, „auf den rechten Weg“ zurückführen und der Hirte sein, der uns „leitet und schützt“.
Um auf diesen Weg zu kommen, der uns ein gutes Leben ermöglicht, ist es nötig, dass wir unsere Grundeinstellung ändern! Dabei hilft uns die Idee aus der Geschichte und ich lade euch ein, das mal auszuprobieren.
 

Sucht euch Bohnen, Nudeln, Steine, Nüsse,…, vielleicht anfangs mal nur 5-8 und steckt sie in die rechte Hosentasche. Immer dann, wenn ihr ein bisschen Glück verspürt, irgendetwas, das euch dankbar und fröhlich macht, wenn auch nur für einen kurzen Moment, wandert eine Bohne/Nudel/… in die linke Tasche. Nehmt euch dann am Abend ein bisschen Zeit und schaut nach, wieviele Glücksmomente es heute gab, was euch besonders gefreut hat. Ich bin sicher, je öfter ihr das macht, desto mehr Bohnen/Nudeln/…müsst ihr in eure rechte Tasche stecken, weil ihr immer aufmerksamer werdet für alles Schöne und Helle und Freundliche um euch herum.
Jesus hat in jedem und allem versucht, das Gute zu sehen, er war ein hoffnungsvoller Optimist. Darin kann er uns ein Vorbild sein, denn wenn wir ihm hierin nachfolgen, werden wir merken, dass unser Leben leichter wird. Unsere Probleme werden mit einer positiven Lebenseinstellung nicht unbedingt gelöst, aber sie belasten uns nicht mehr so sehr, wie wenn sich unser ganzes Denken und Fühlen nur um schwere und schwarze Gedanken dreht.
Folgen wir also dem guten Hirten und versuchen wir, ihn nachzuahmen und dem Glück in unserem Leben auf der Spur zu bleiben!

Fürbitten: Gott, unser Hirte, du hast uns versprochen, dass du immer für uns da bist, dir ist jedes kleine Schäfchen wichtig, die weißen und die schwarzen. Du gibst keinen von uns auf. Sei und bleibe du immer an unserer Seite, schütze uns vor Gefahren und allem Unheil, das uns droht. Lass uns, lass deine Herde nicht fallen, gib uns nicht auf, denn wir sind doch dein Werk, du hast uns unser Leben geschenkt.
 

Oft sind wir gefangen in unserer Sorge, können das Gute und Helle in unserem Leben nicht mehr erkennen, weil wir uns zu sehr verrannt und verirrt haben. Du kennst unsere Ängste. Steh uns bei und begleite uns, wenn wir deinen Schutz und Segen brauchen. Tröste alle, die um einen lieben Menschen trauern. Sei bei den Schwachen und Benachteiligten und gib ihnen eine Stimme. Greif du ein, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht. Hilf uns dabei, die Sonne zu sehen. Führe uns zum guten Leben und geh uns voran, damit wir deinem Vorbild folgen können. Amen.
Und gemeinsam beten wir weiter mit den Worten des Vaterunser:
Vater unser im Himmel…

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und er gebe dir Frieden. Amen.

 
Kerze kann nun ausgepustet werden

 
 
Kurze Info aus dem Pfarramt:
 

Die Glocken läuten jeden Sonntag von 10-10.05 Uhr und täglich um 19.30 Uhr zum pfalzweiten ökumenischen Gebet.
 

Sie dürfen sich gerne im Pfarramt melden, wenn Sie mal mit jemandem sprechen möchten oder Hilfe brauchen!
 

Andacht auf dem Anrufbeantworter, täglich neu: 06322-988 35 01.
 

Seelsorge-Hotline des Dekanats Kusel, täglich von 8-12 und 16-22 Uhr: 06381-99 69 919.
 
 
Gott behüte Sie, bleiben Sie gesund!

 

 
 
 
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Potzbergbote Nr. 36 als PDF
 

 
 
 
 

     
 

 

Nachlese zum Konzert des Meisterchors


aus Fohren-Linden
 

  
Am 3.11. war der Meisterchor Fohren-Linden zu Besuch in der Barockkirche und
hat ein wunderbares Konzert gegeben. Der bunte Strauß an Liedern hat ein breites Repertoire abgedeckt:
 

von bekannten Volksliedern wie „Die Gedanken sind frei“ über Gospels (z.B. „Heaven is a wonderful place“) hin zu modernen Songs (z.B. Andreas Gabalier: „Amoi seg ma uns wieder) und auch afrikanische und irische Folks und Weisen sind erklungen.
 

Herzlichen Dank an dieses tolle Klangerlebnis und auch dem Freundeskreis für die Organisation und Bewirtung!
 
 
 
 

 

 

Nachlese zum Gottesdienst im Grünen


im Garten von Josef Martiné
 

 

 
Im Naturgarten von Josef Martine fand der Gottesdienst im Grünen statt.

 

 

 
Josef begrüßte die Besucher alle persönlich.

 

 
Musikalisch wurde der Gottesdienst von Luca Heymann (Saxophon), Janina Kuhn und Annette Bensel (Gitarre) umrahmt.

 


Fast 50 Besucher kamen trotz unbeständigem Wetter zu diesem besonderen Gottesdienst.

 


Kornelius Burgdörfer-Bensel berichtete über seine Arbeit und seine Motivation als Bio-Landwirt.

 

 
Die Lesung wurde durch das Presbyterium der Pfarrei gehalten.
 

 

  
Auch einsetzender Regen konnte die Besucher nicht schrecken.

 

 
Zum anschließenden Brunch wurde dann kurzerhand unter das Vordach umgezogen.

 

 
Dort konnte man noch die Köstlichkeiten des Buffets genießen.

 

 DANKE an alle Helferinnen und Helfer, die den Gottesdienst mitgestaltet haben und natürlich an Josef Martiné der seinen Naturgarten zur Verfügung gestellt hatte.
 

 

 

Die Historische Barockkirche Gimsbach liegt im Ortsteil Gimsbach der Ortsgemeinde Matzenbach.

Matzenbach gehört zur Verbandsgemeinde "Oberes Glantal" im Landkreis Kusel und ist über die A62, bzw. bequem mit der Bahn im Rheinlandpfalz-Takt zu erreichen.

 

Verwenden Sie bitte einen der bekannten Routenplaner für ihre Anfahrt.

Impressum

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Impressum:  Angaben gemäß Telemediengesetz Pfarrei am Potzberg,   Pfarrerin Janina Tamm   Kirchbergstraße...

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Gottesdienste

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Achtung!  Frau Pfarrerin hat eine Fortbildung besucht und bringt neue Ideen in den Gottesdienst.  Die...

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  Die Historische Barockkirche Gimsbach liegt im Ortsteil Gimsbach der Ortsgemeinde Matzenbach. Matzenbach...

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